Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Türkische Regierung bestraft Gemüsehändler

21.02.2019, 16:22 Uhr
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schimpft über "Lebensmittel-Terror" (Foto: REUTERS)

Im Kampf gegen die hohe Inflation wählt die türkische Regierung ein merkwürdiges Mittel: Vor den Kommunalwahlen Ende März bestraft sie Gemüsehändler mit Bußgeldern von insgesamt zwei Millionen Lira (etwa 330 000.Euro).

Die Zeitung "Hürriyet" berichtet, dass die Regierung wegen "überhöhter Preise" für Obst und Gemüse Kontrollen auf Märkten veranlasst habe. Man habe die Einkaufs- mit den Verkaufspreisen vergleichen lassen. Insgesamt 88 Firmen hätten ihre Produkte zu teuer verkauft, darunter Gurken, Knoblauch und Kartoffeln.

Das Gemüse-Thema wächst sich zu einem neuralgischen Punkt des Wahlkampfes aus. Die Türkei leidet unter einer Teuerungsrate von mehr als 20 Prozent, und die schlechte wirtschaftliche Lage könnte die regierende AK-Partei von Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Kommunalwahl Stimmen kosten.

"Freie Marktwirtschaft?", donnerte Erdogan heute während einer Wahlkampfrede in Denizli. "Macht das jemand anderem weis." Die Bußgelder sind eine Maßnahme im Kampf gegen den "Lebensmittel-Terror", wie Erdogan es jüngst genannt hatte.