Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagTürkische Zentralbank widersetzt sich Erdogan

13.09.2018, 13:17 Uhr
35131308f4e1eb0cdd399d1d395ebdc5
Hält hohe Zinsen für verfehlt: Präsident Reccep Tayip Erdogan. (Foto: imago/Xinhua)

Energischer Markteingriff in der Türkei: Die türkische Zentralbank hat ihren Leitzins um 6,25 Prozentpunkte auf künftig 24,00 Prozent angehoben.

Wie die Zentralbank in Ankara nach ihrer regulären Sitzung mitteilte, hob sie den für alle Kreditgeschäfte im Lira-Raum maßgeblichen Leitzins von 17,75 Prozent auf 24,00 Prozent an. Der Schritt löste an den Märkten Erleichterung aus.

  • Staatschef Reccep Tayip Erdogan hatte die Währungshüter zuvor indirekt aufgefordert, den Leitzins zu senken. Beobachter werteten seine Aussagen als Verbalattacke auf die Unabhängigkeit der Notenbank.

  • Wörtlich hatte Erdogan unter anderem erklärt: "Wer sagt: Inflation ist die Ursache und Zinsen das Ergebnis, der kennt sich nicht aus in diesem Geschäft." Zugleich stellte er den Währungshütern ein schlechtes Zeugnis aus, da die steigenden Preise im Land eine Folge falscher Schritte der Zentralbank seien.

  • Die Währungshüter seien jedoch unabhängig und träfen ihre Entscheidungen in eigener Regie, fügte Erodgan hinzu.

Der Kurs der türkischen Lira reagierte deutlich - und zeigte, wem die Masse der Investoren mehr Vertrauen entgegenbringt: Unmittelbar nach dem Zinsentscheid der türkischen Zentralbank gewann die Lira kräftig an Wert und sprang zeitweise um mehr als fünf Prozent ins Plus. Zuletzt wurde die Lira zu einem Kurs von 0,1627 Dollar gehandelt.