Der Börsen-TagUS-Anleger halten sich vor Powell-Rede zurück
Die Wall Street dürfte am Dienstag mit leichten Abgaben in die Sitzung starten. Der Aktienterminmarkt deutet moderate Verluste bei allen Indizes an - auch die Technologiewerte, die zuletzt ein Eigenleben gezeigt haben, dürften diesmal nicht ausscheren.
Die Verschärfung der Beziehungen zwischen China den USA, der EU und Kanada sorgen für Verunsicherung. Der Westen hat Sanktionen gegen Peking wegen des Vorgehens gegen die muslimische Minderheit der Uiguren verhängt. China reagierte bereits mit Gegenmaßnahmen. Mit Blick auf die Gespräche der vergangenen Woche zwischen den USA und China, die von einer frostigen Atmosphäre gekennzeichnet waren, sprechen Teilnehmer nun von einer Verschärfung des Konflikts mit möglichen negativen Konjunkturfolgen. "Wir befinden uns wahrscheinlich in einem zyklischen Aufschwung, aber vielleicht sind wir uns selbst vorausgeeilt. Das ist eine Denkpause: Wie schnell wird diese Erholung tatsächlich sein?", sagt Fondsverwalter Sebastian Mackay von Invesco.
Daneben warten Händler mit Spannung auf die Anhörung von US-Notenbankpräsident Jerome Powell vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses im Sitzungsverlauf. Laut einem vorbereiteten Text will Powell die Wirtschaft weiter unterstützen. Auch Finanzministerin Janet Yellen wird sich den Fragen der Abgeordneten stellen.
Zuletzt hatten steigende Inflationserwartungen für anziehende Rentenrenditen gesorgt. Die wiederum hatten die Aktienmärkte belastet. Aktuell sinkt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen etwas. Mit großer Nervosität würden die Aussagen von Powell daraufhin abgeklopft, ob die Fed gegen den Anstieg der Marktzinsen vorzugehen gedenke. Der Präsident der Federal Reserve Bank von Richmond, Thomas Barkin, will sich indes in den nächsten sechs Monaten nicht von höheren Inflationszahlen schrecken lassen. Die Teuerung werde in der Erholung von der Pandemie nur kurzzeitig anspringen, erwartet der Notenbanker.