Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagUS-Banken finden erste Rezessionshinweise für 2019

11.12.2018, 12:27 Uhr
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Steht die Konjunkturdämmerung bevor? (Foto: imago/Future Image)

JP Morgan und die Bank of America haben laut der US-Finanzagentur Bloomberg beim Durchforsten von US-Daten erste Anzeichen für eine bevorstehende US-Rezession entdeckt. Ein Abschwung im Jahr 2019 sei zumindest etwas wahrscheinlicher geworden, heißt es.

JP Morgan sieht demnach eine Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent für eine Rezession im nächsten Jahr. Der Wert liegt nahe der höchsten Wahrscheinlichkeit im aktuellen Zyklus, heißt es. Und höher als die im März erwarteten 16 Prozent.

Mehrere Indikatoren hätten sich verlangsamt, schreibt die Finanzagentur. Für eine Rezession müssten sich die Konjunkturdaten allerdings noch weiter verschlechtern. Im Fokus der Banken stehen bei ihrer Bewertung Arbeitsmarktdaten, Geschäftsumfragen und die Renditekurve.

Hintergrund der wachsenden Skepsis, ist, dass die derzeitige Expansion bereits lange anhält. In acht Monaten ist sie die längste in der Nachkriegsgeschichte. Die meisten Indikatoren blieben immer noch solide genug, um davon auszugehen, dass diese historische Marke erreicht werden könne, heißt es.

Angesichts des Abverkaufs von Aktien und der Inversion eines Teils der Bond-Renditekurve werden Analysten jedoch skeptischer. Deshalb untersuchen sie alles mögliche, was auf eine Kontraktion im Jahr 2019 hindeutet.

Passend zum Thema der heutige Index der ZEW-Konjunkturerwartungen, der im Dezember überraschend gestiegen ist. "Der Anstieg der Konjunkturerwartungen im Dezember ist erfreulich, sollte aber nicht überinterpretiert werden", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage habe sich sowohl für Deutschland als auch das Euro-Gebiet erheblich verschlechtert: