Der Börsen-TagUS-Big-Techs zerpflücken DAX-Hoffnungen - und nun?
Die DAX-Erfolgsserie ist gerissen: Nachdem zum Wochenstart ein Gewinn von 235 Punkten und am Dienstag ein weiterer Aufschlag von 183 Zählern in den Handelsbüchern standen, ging es zur Wochenmitte 0,9 Prozent oder 170 Stellen bis auf 18.387 Punkte bergab. Ein Grund dafür lag in den USA, wo die Tech-Schwergewichte Alphabet und Tesla mit ihren Geschäftszahlen nicht überzeugen konnten und den Sektor nach unten zogen. Keine guten Voraussetzungen für das heutige DAX-Geschäft.
Denn erneut dürfte die Berichtssaison im Fokus stehen, diesmal auf europäischer Seite - mit DAX-Bezug. So richtet sich der Börsianer-Blick bei den Quartalszahlen des britischen Mobilfunkers und Telekom-Rivalens Vodafone auf das wichtige Deutschland-Geschäft. Dieses hatte zuletzt dem Gesamtkonzern Rückenwind gegeben. Dabei profitiert das Unternehmen unter anderem von der Partnerschaft mit dem deutschen Konkurrenten 1&1. Dieser nutzt künftig die Infrastruktur von Vodafone in denjenigen Gebieten, in denen der Mobilfunker über kein eigenes Netz verfügt. Insgesamt hat Konzernchefin Margherita Della Valle Vodafone einen Spar- und Sanierungskurs verordnet.
Auch der Schweizer Pharmariese Roche präsentiert seinen Quartalsbericht. Für das laufende Jahr rechnet Roche bislang mit einem währungsbereinigtem Umsatzanstieg um einen mittleren einstelligen Prozentbetrag. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn je Genussschein und Inhaberaktie soll etwa im Gleichklang mit dem Umsatz anziehen. Neben Roche veröffentlichen aus der Pharmabranche auch Sanofi und Astrazeneca ihre Quartalszahlen.
Wenn Unilever und Nestle ihre Quartalszahlen bekannt geben, liegt das Augenmerk vor allem auf dem Absatz und der Preisentwicklung. Nachdem Konsumgüter im Zuge der Inflation in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden sind, hat die Branche nun kleinere Preissprünge versprochen. Die Kakau-Knappheit könnte dem entgegenwirken. Wegen Ernte-Ausfällen haben sich die Preise in diesem Jahr verdoppelt. Das dürfte das Nestle-Geschäft mit Kitkat-Schokoriegeln, Nesquick-Kakaopulver und Smarties belasten, ebenso wie die Eiscreme-Sparte von Unilever mit Marken wie Magnum, Langnese und Ben & Jerry’s. Der britische Konzern hat schon angekündigt, sich von diesem Geschäft trennen zu wollen.
- Und dann veröffentlicht das Ifo-Institut das Geschäftsklima im Juli. Experten erwarten einen leichten Anstieg. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hatte sich im Juni den zweiten Monat in Folge eingetrübt. Das Ifo-Geschäftsklima gilt als wichtigstes Barometer für die deutsche Konjunktur, die Anfang des Jahres nur knapp an einer Rezession vorbeischrammte.
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