Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagUnd es hat Zoom gemacht: Das wird für den Dax heute wichtig

22.11.2021, 06:24 Uhr

Der Dax hat es auch zum Wochenschluss versucht: Mit 16.283 Punkten verfehlte er aber sein Allzeithoch um etwa sieben Zähler. Ins Wochenende verabschiedete sich der deutsche Börsenleitindex dann mit einem vergleichsweise deutlichen Abschlag von 0,8 Prozent und 16.160 Punkten. Damit lag er deutlich näher am Tagestief. Ein schlechtes Zeichen für den Start in die neue Handelswoche?

Auch wenn das Tempo nachgelassen hat, sind viele Marktteilnehmer der Meinung, dass der Aufwärtstrend des Dax' weiterhin intakt ist: "Der Dax lässt die Pandemie weiterhin links liegen", sagt Chefaktienhändler Stefan de Schutter vom Brokerhaus Alpha Trading. Zwar werde angesichts des US-Feiertags Thanksgiving am kommenden Donnerstag die Liquidität abnehmen und Schwankungen bei Einzelwerten könnten zunehmen. "Der Index wird aber sicher weitere Hochs ansteuern."

Einige Experten schlagen allerdings auch vorsichtigere Töne an. Da der November statistisch betrachtet der stärkste Börsenmonat im Jahr ist, kann es Portfoliomanager Thomas Altmann vom Broker QC Partners zufolge zu Rückschlägen kommen: "Gerade, wenn das Sentiment so positiv ist, schadet eine gesunde Portion Vorsicht zum Jahresende hin sicherlich nicht." Marktteilnehmer sollten davon ausgehen, dass die Aktienmärkte bereits das bestmögliche Szenario eingepreist hätten.

Auch wenn die steigenden Corona-Infektionszahlen zuletzt kaum eine Rolle am Markt gespielt haben, könnten sie nun doch ein Thema werden: Genau im Blick behalten werden die Anleger daher die Entwicklung der Pandemie und die schärferen Maßnahmen zu ihrer Eindämmung. So gilt etwa in Österreich ab Montag für maximal 20 Tage ein Lockdown. In Deutschland fordern Mediziner eine schnelle Umsetzung der neuen Beschlüsse zur Bekämpfung der Pandemie. "Im Fall der Eurozone werden wir anstelle der Inflation etwas mehr darauf achten, ob sich die neuen Covid-Beschränkungen bereits auf die Dienstleistungstätigkeit auswirken", sagte Kenneth Broux, Währungsstratege bei Societe Generale in London. Vorsichtig äußerten sich auch die Analysten der Deutschen Bank: "Eine Reihe von Risiken taucht am Horizont auf." Dazu zählten auch die steigenden Corona-Infektionen in Europa.

Die sonstige Themenlage spricht zunächst für einen ruhigen Start in die neue Woche: Konjunkturdaten kommen nur aus den USA, wo am Nachmittag der Chicago Fed National Activity Index sowie Zahlen zum Verkauf bestehender Häuser auf der Agenda stehen. Von Unternehmensseite veröffentlichen Prosus aus den Niederlanden bereits vor Börseneröffnung um 07.00 Uhr Geschäftszahlen, nach US-Börsenschluss legt in den USA dann noch Zoom seine Ergebniskennzahlen für das abgelaufene dritte Quartal vor.