Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagVenezuelas Banken müssen Bücher in Petro führen

28.08.2018, 16:19 Uhr

Das Chaos in Venezuela geht weiter: Im Kampf gegen die schwere Wirtschaftskrise setzt Staatschef Nicolás Maduro nun noch weiter auf die Kryptowährung Petro. So müssen Banken künftig alle Finanzdaten nicht nur in der Landeswährung Bolívar, sondern auch in der Digitalwährung Petro ausweisen. Das geht aus einem Beschluss der Bankenaufsicht hervor.

Die Kryptowährung ist an den Preis für ein Barrel (159 Liter) venezolanisches Öl gekoppelt, derzeit rund 60 Dollar (51 Euro). Der Bolívar wiederum war zuletzt massiv abgewertet worden. Nachdem Venezuela fünf Nullen aus seiner Landeswährung strich, richtet sich der Bolívar nun ebenfalls am Wert des Petro aus.

Mit der Kryptowährung will Maduro Liquiditätsengpässe überwinden und die Finanzsanktionen der USA umgehen. Angesichts eines Haushaltsdefizits von rund 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und des Verfalls des Ölpreises braucht die Regierung dringend mehr Geld. Parallel dazu kündigte der Staatschef neue Anleihen an, deren Wert durch kleine Goldstücke von 1,5 und 2,5 Gramm garantiert sein soll.