Der Börsen-TagVier Banken schießen Klimaziele in den Wind
Vier europäische Großbanken haben Insidern zufolge einer von den Vereinten Nationen unterstützten globalen Initiative zur Überprüfung von Klimazielen den Rücken gekehrt. Die französische Societe Generale, die niederländische ABN Amro Bank sowie die britischen Geldhäuser Standard Chartered und HSBC ließen ihre Ziele nicht mehr von der Science Based Targets Initiative (SBTi) validieren, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Geldhäuser befürchteten, sie seien damit künftig weniger in der Lage, in fossile Brennstoffe zu investieren. Dazu gehören etwa Finanzierungen von fossilen Energieprojekten, wie die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder, oder Investments in Öl-, Gas- oder Kohle-Unternehmen.
Die SBTi-Initiative wurde 2015 gegründet. Das Bündnis will Unternehmen dabei unterstützen, sich wissenschaftlich fundierte Klimaziele zu setzen, die mit dem Pariser Klimaabkommen in Einklang stehen. Dieses sieht eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad vor. Die Initiative gibt an, dass weltweit mehr als 4000 Unternehmen bei der Setzung von Klimazielen mit ihr zusammenarbeiten.
Die ABN AMRO betonte aber gegenüber ntv, weiterhin Mitglied der Initiative Net Zero Banking Alliance (NZBA) zu sein. Man schieße also nicht "Klimaziele in den Wind", sondern habe sich nur bewusst für einen anderen Standard entschieden.