Der Börsen-TagVollbremsung der US-Wirtschaft lässt Wall Street "erröten"

Die anhaltende Entlassungswelle in den USA im Zusammenhang mit der Corona-Krise macht Anleger nervös. In der Hoffnung auf eine Entspannung im Ölpreis-Krieg zwischen Saudi-Arabien und Russland griffen sie am Donnerstag aber bei Erdölwerten beherzt zu und bremsten die Talfahrt des Gesamtmarktes.
Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 verloren zur Eröffnung bis zu 1,0 Prozent. Die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe lag in der vergangenen Woche mit 6,6 Millionen doppelt so hoch wie der bisherige Rekordwert aus der Vorwoche. Analysten hatten mit 3,5 Millionen Erstanträgen gerechnet. "Diese Zahlen sagen uns, dass die US-Wirtschaft eine Vollbremsung hingelegt hat", sagte Anlagestratege Gennadiy Goldberg von der Investmentbank TD Securities.
Gegen den Trend gewannen die Aktien von Ölkonzernen wie Exxon oder Chevron bis zu 4,2 Prozent. US-Präsident Donald Trump will zwischen Saudi-Arabien und Russland vermitteln, um die aktuelle Rohöl-Schwemme zu stoppen. Hiervon würden Börsianern zufolge vor allem die US-Schieferölproduzenten profitieren, da sie wegen des aufwendigen Fracking-Verfahrens erst ab einem Ölpreis von etwa 50 Dollar profitabel sind.