Der Börsen-TagVon Schwergewichten, Energie - und Kursfantasie
Der Dax hat sich im gestrigen Geschäft volatil gezeigt. Der deutsche Börsenleitindex hielt sich lange über der 24.000er-Marke auf, auch deutlich, am Ende schloss er aber mit 23.955 Zählern doch darunter. Das Tagesminus betrug 1,6 Prozent. Marktteilnehmer verwiesen unter anderem auf die brüchige Waffenruhe im Iran-Krieg. Gleichzeitig hatte sich die Teuerung in den USA spürbar erhöht – im Rahmen der Erwartungen.
Und heute? Steht einiges auf der Agenda: Da kommt etwa vor dem mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping US-Finanzminister Scott Bessent in Südkorea mit dem chinesischen Vizeministerpräsidenten He Lifeng zu Handelsgesprächen zusammen. Auf der Agenda dürfte die zuletzt gegenüber China weniger aggressive US-Zollpolitik stehen, ebenso wie eine Verlängerung des Abkommens über Seltene Erden. Beim Treffen von Trump und Xi werden auch Zusagen Chinas für den Kauf von Boeing-Flugzeugen und US-Agrarprodukten erwartet.
Unternehmensseitig liegt der Fokus heute klar auf dem Dax: Bei Siemens gibt es dabei eine Premiere, denn die neue Finanzvorständin Veronika Bienert darf mit Vorstandschef Roland Busch die Zahlen für das zweite Quartal präsentieren. Dabei wird sich zeigen, ob und wie der schwache Dollar und die Folgen des Iran-Kriegs den Münchner Technologiekonzern belasten. Der operative Gewinn aus dem Industriegeschäft dürfte nach Analystenschätzungen zwischen Januar und März um sechs Prozent auf 3,05 Milliarden Euro zurückgegangen sein. Doch für das Gesamtjahr 2025/26 trauen die Experten Siemens im Schnitt weiter ein Umsatzwachstum von 7,3 Prozent auf vergleichbarer Basis zu, Siemens selbst hatte die Prognose im Februar auf sieben bis acht Prozent angehoben. Das Betriebsergebnis dürfte dann nochmals um neun Prozent steigen.
Nach der Anhebung der Jahresziele durch die US-Tochter T-Mobile erwarten Börsianer einen ähnlichen Schritt der Deutschen Telekom. Wegen der Spekulationen um eine mögliche Fusion des Dax-Schwergewichts mit T-Mobile spielen die Geschäftszahlen jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Analysten rechnen für das erste Quartal mit einem Telekom-Umsatz von 29,7 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von 11,35 Milliarden Euro.
Auch die beiden Energiekonzerne EON und RWE legen Zahlen für das erste Quartal vor. EON, der größte europäische Betreiber von Energienetzen, hatte angekündigt, von 2026 bis 2030 insgesamt 48 Milliarden Euro zu investieren. Rund 40 Milliarden davon sollen auf das Netzgeschäft entfallen. Aber auch sein Geschäft in Großbritannien hat der Konzern jüngst mit einer Übernahme ausgebaut. Der Versorger RWE, der als Erzeuger von Strom und Gas die Verbraucher nicht mehr direkt beliefert, setzt dagegen verstärkt auf das Geschäft in den USA.
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