Der Börsen-TagVon iD bis iPhone – und dann noch die Zinsen
Die Dax-Verlustserie reißt nicht ab. Auch zur Wochenmitte sind die Kurse gefallen, sodass der deutsche Börsenleitindex mit 23.955 Punkten und damit unter der 24.000er-Marke geschlossen hat. Das Tagesminus betrug 0,3 Prozent. Ein Belastungsfaktor: Verluste an der Wall Street.
Indes hält die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an ihrem bisherigen Zinskurs fest. Sie entschied, den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen. Der Iran-Krieg hat die Inflation in den USA angeheizt, womit Zinssenkungen vorerst als unwahrscheinlich gelten.
Heute liegt der Investorenfokus auf London und Frankfurt am Main – und damit auf der Bank of England (BOE) und der EZB. Dabei steckt die Europäische Zentralbank ihren Zinskurs vor dem Hintergrund steigender Inflationsgefahr infolge des Iran-Krieges ab. An den Finanzmärkten wird für die EZB-Ratssitzung eine weitere geldpolitische Pause erwartet. Der Leitzins dürfte somit bei 2,0 Prozent verharren. Wenige Stunden vor dem Zinsentscheid kommen die aktuellen Inflationsdaten aus dem Euroraum herein: Experten rechnen für April mit einem Anstieg der Teuerungsrate auf 2,9 Prozent. Die Blicke richten sich dann auf den Auftritt von EZB-Chefin Christine Lagarde vor der Presse nach dem Ratstreffen. Sie hat immer wieder die Handlungsbereitschaft der Notenbank betont. Ein Zinsschritt nach oben auf der übernächsten Sitzung im Juni gilt an den Märkten als Option.
Unternehmensseitig bleibt die Berichtssaison das bestimmende Thema – etwa bei Volkswagen Die US-Zölle, die Krise in China und der schwächelnde Automarkt in Europa machen Europas größtem Autobauer zu schaffen. Analysten rechnen im Schnitt damit, dass der Umsatz mit 77,6 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahresniveau liegt, der Nettogewinn dagegen mit 1,7 Milliarden Euro um gut fünf Prozent niedriger. Volkswagen-Chef Oliver Blume hat zuletzt weitere Sparanstrengungen gefordert und will unter anderem die Kapazitäten in den europäischen Werken reduzieren.
Nach US-Börsenschluss öffnet dann Apple noch die Bücher. Dank des Verkaufserfolgs der aktuellen iPhone-Generation erwarten Anleger ermutigende Geschäftszahlen des Elektronikkonzerns. Zudem hoffen sie auf Hinweise über die Unternehmensstrategie unter dem designierten Konzernchef John Ternus. Seine größte Herausforderung ist die umfassendere Integration von KI-Funktionen. Dort gilt Apple bislang als Nachzügler.
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