Der Börsen-TagVorermittlungen gegen Uber wegen Korruption
Uber ist bislang nicht an der Börse gelistet. Trotzdem wird das Unternehmen auch dort mit Argusaugen verfolgt. Mit einem Marktwert von 70 Milliarden Dollar gilt Uber als das wertvollste Start-up der Welt. Der Firmenwert des umstrittenen Fahrdienstvermittlers ist seit Jahren steil im Aufwind. Profi-Investoren sind anfangs auf den Newcomer in der Branche geflogen. Aber die Stimmung dieser Anleger droht zu drehen.
Denn Uber kommt einfach nicht aus den Schlagzeilen: Das US-Justizministerium hat jetzt erste Vorermittlungen gegen den Fahrdienstvermittler aufgenommen. Im Raum steht der Verdacht, dass Uber-Manager ausländische Regierungen bestochen haben, um an Aufträge zu kommen. Ob das Justizministerium ein offizielles Verfahren einleitet, ist noch unklar.
Der US-Fahrdienstvermittler kämpft bereits seit Monaten mit Skandalen und negativer Presse. So musste sich das Unternehmen etwa mit Vorwürfen des Sexismus und der sexuellen Belästigung auseinandersetzen. Außerdem liefert es sich eine juristische Auseinandersetzung mit der Google-Mutter Alphabet um gestohlene Firmengeheimnisse.
Eine Reihe von Profi-Investoren korrigerte erst jüngst den Wert ihrer Uber-Anteile deutlich nach unten. Die großen Fondsgesellschaften Vanguard, Principal, Hartford und T. Rowe Price nahmen im vergangenen Quartal Abschläge zwischen 12 und 15 Prozent vor, wie eine Auswertung ihrer Finanzberichte durch das "Wall Street Journal" jüngst zeigte.
Die Investoren waren vor allem besorgt über die chaotischen Verhältnisse in der Chef-Etage in der Ära des umstrittenen Firmen-Mitbegründer Travis Kalanick, dessen Nachfolger jetzt Expedia-Chef Dara Khosrowshahi wird.