Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagVorwurf der IS-Finanzierung - Ermittlungen gegen Lafarge

28.06.2018, 17:23 Uhr

Wegen des Verdachts auf Finanzierung syrischer Extremisten hat die französische Justiz ein Ermittlungsverfahren gegen den international tätigen Konzern eingeleitet. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Nichtregierungsorganisationen sprachen von einer "historischen Entscheidung". Lafarge räumte Fehler ein, sucht aber auch Rechtsbeistand.

Die Vorwürfe lauten auf "Finanzierung terroristischer Aktivitäten", "Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und "Gefährdung des Lebens anderer". Der Konzern soll Schutzgelder unter anderem an die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gezahlt haben, damit ein Zementwerk in Dschalabija rund 150 Kilometer nordöstlich von Aleppo trotz des Syrien-Krieges in Betrieb bleiben konnte.

Zudem soll er den Extremisten Öl abgekauft und damit gegen EU-Sanktionen verstoßen haben. Insgesamt sollen zwischen 2011 und 2015 rund zwölf Millionen Euro geflossen sein.Die Klage gegen Lafarge wurde von zwei Nichtregierungsorganisationen ins Rollen gebracht, der französischen Sherpa und dem in Berlin ansässigen European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR).