Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagWahl und Tradition: Das wird für den Dax heute wichtig

27.09.2021, 06:26 Uhr

Eine turbulente Handelswoche liegt hinter dem Dax. Der deutsche Börsenleitindex, der am vergangenen Montag in Richtung 15.000er Marke abgesackt war, konnte sich im Anschluss zwar erholen und schaffte auch wieder 15.500 Zähler. Doch ein versöhnlicher Wochenschluss blieb aus: Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 0,7 Prozent oder mehr als 110 Punkten und einem Stand von 15.532 Stellen ins Wochenende. Die Wall Street wiederum konnte am Freitag deutliche Zugewinne verbuchen. Das könnte die Kurse am deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn stützen, die asiatischen Märkte zeigen diese Tendenz bereits.

Nichtsdestotrotz erwarten Marktexperten schwierige Wochen für den Dax: "Eine mindestens zehnprozentige Korrektur über die Sommer- und Spätsommermonate hat beim Dax schon fast Tradition", sagt Marko Behring, Chef der Vermögensverwaltung bei der Fürst Fugger Privatbank. Außerdem sei eine solche Entwicklung durchaus wünschenswert. "Die Jahresendrally braucht eine Startrampe und die Grundlage dafür wird nicht selten in einer etwas schärferen September-/Oktoberkorrektur gelegt."

Ungemach könnte den Börsen unter anderem von politischer Seite gleich in zweifacher Hinsicht drohen: In den USA ist das Thema Anhebung der US-Schuldenobergrenze noch immer nicht ausgeräumt. Es deutet sich aber Bewegung an: Es werde eine Einigung geben, prognostiziert Frank Wohlgemuth von der National-Bank in Essen. "Wir leben gerade in den USA in polarisierenden Zeiten, da passiert in der Politik wenig bis gar nichts ohne lautes Parteiengezänk."

In Deutschland droht nach dem knappen Ausgang der Bundestagswahl eine Hängepartie ähnlich wie nach der Wahl 2017. Zwar geht die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz als stärkste Kraft aus dem Urnangang hervor, der Abstand zur rivalisierenden Union ist aber gering. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet sieht darin die Möglichkeit, ebenfalls Kanzler zu werden. "Königsmacher" sind die Grünen und die FDP, die beide - wie auch die SPD - Zugewinne verbuchen konnten, während die Union ihr schwächstes Ergebnis bei einer Bundestagswahl hinnehmen müssen.

Auf der Konjunktur- und Unternehmensnachrichten-Agenda gestaltet sich der Start in die neue Handelswoche eher ruhig: BASF lädt zu einem virtuellen Investor-Update. Daneben werden am Nachmittag in den USA Daten zum Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter veröffentlicht. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, wird sich zur Anhörung im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments äußern.