Der Börsen-TagWann kommt die große Pleitewelle?
In der Corona-Krise hatte eine weitgehende Aussetzung der Insolvenzpflicht für einen starken Rückgang der Firmenpleiten gesorgt. Für die Zeit danach war vielfach eine Pleitewelle prognostiziert worden. Doch trotz der wirtschaftlichen Turbulenzen durch den Ukraine-Krieg ist die Zahl der Insolvenzen in Deutschland nun erneut gesunken. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform registrierte im ersten Halbjahr 7300 Unternehmensinsolvenzen. Das waren 2,8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Allerdings befürchten die Experten angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen in der zweiten Jahreshälfte eine Trendumkehr.
"Trotz über zwei Jahren Corona und der zuletzt massiven Kostenexplosion gibt es keinen Anstieg bei den Insolvenzen", berichtete der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. Doch seien die Auswirkungen der wirtschaftlichen Verwerfungen in einigen Teilen der Unternehmenslandschaft zu erkennen. Insbesondere bei Großunternehmen gebe es einen Anstieg der Insolvenzmeldungen.
Außerdem gebe es eine hohe Zahl an Insolvenzen von Selbstständigen, die meist ein vereinfachtes Insolvenzverfahren durchliefen und nicht als Unternehmensinsolvenzen gezählt würden.