Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagWas ist denn nun mit dem Zinsgipfel?

03.07.2023, 06:30 Uhr

Auch in der neuen Woche bleibt das Thema Geldpolitik im Fokus der Aktionäre. Analysten zufolge hoffen die Investoren auf Hinweise, dass bald ein Zinsgipfel erreicht werden könnte. Fed-Chef Jerome Powell und EZB-Chefin Christine Lagarde haben in der alten Woche zwar bekräftigt, dass weitere Zinsanhebungen notwendig seien, um die Inflation nachhaltig zu bekämpfen. Die meisten Entscheidungsträger der US-Notenbank Fed gehen nach Powells Worten von mindestens zwei weiteren Zinserhöhungen bis Jahresende aus. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) kann laut Lagarde noch nicht genug Anzeichen für eine Abschwächung des Preisschubs im Euro-Raum erkennen. "Doch vor dem Hintergrund schwächerer Konjunkturdaten – insbesondere aus dem Euroraum – wollen sich die Investoren noch nicht ganz geschlagen geben", so die Experten der Helaba.

Laut Mark Dowding, Chefanleger beim Vermögensverwalter RBC BlueBay, sind die Hoffnungen der Anleger nicht ohne Grund. "Klar ist: Die Fed und die EZB wollen weiterhin Erwartungen frühzeitiger Zinssenkungen vermeiden – auch wenn sie sich nahe am Höhepunkt des Zinserhöhungszyklus befinden", sagt er. Die früheren geldpolitischen Maßnahmen seien zwar noch nicht vollständig zum Tragen gekommen. "Wir denken aber nicht, dass sie nicht ankommen. Vielmehr sind wir der Meinung, dass die Verzögerungen möglicherweise größer sind als in früheren Zinserhöhungszyklen."

Beflügelt durch die Erwartung eines Zinsgipfels übertraf der DAX in der alten Woche erneut die psychologisch wichtige 16.000-Marke. Er schloss am Freitag mit 16.148 Zählern knapp 2 Prozent über dem Vorwochenniveau. So stand er zu seinem 35. Geburtstag - am Samstag - allen Krisen zum Trotz fast im Zenit. Mit einem Allzeithoch von 16.427 Punkten hat er sich rund zwei Wochen vor seinem "Ehrentag" am 1. Juli quasi selbst beschenkt.

Zum Start in die neue Handelswoche stehen Einkaufsmanagerindizes im Blick. In zweiter Veröffentlichung gibt es Daten zum verarbeitenden Gewerbe etwa aus Italien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, der EU und am Nachmittag auch aus den USA. Dort stehen zudem dem Zahlen zu den Bauausgaben und der ISM-Index auf der Agenda. Weitere Wochentermine finden Sie hier.