Der Börsen-TagWichtiges deutsches Wirtschafts-Rückgrat bleibt angeschlagen
Trotz eines Auftragsplus im November bleiben im deutschen Maschinen- und Anlagenbau die Aussichten mau. "Für das neue Jahr ist noch keine echte Auftragsdynamik absehbar, die zu einem kräftigeren Wachstum führen würde", erklärte Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA. Er drängte erneut auf Reformen, die den industriellen Mittelstand entlasten sollen. "Gerade um die Inlandsnachfrage zu stärken, bleibt die Bundespolitik in der Pflicht", betonte Gernandt. Im November legten die Bestellungen der Maschinenbauer um sieben Prozent zu. In den elf Monaten von Januar bis einschließlich November ergab sich damit eine Stagnation, während es im Halbjahr noch ein leichtes Plus gab.
Die überwiegend von mittelständischen Firmen geprägte Branche, zu der auch börsennotierte Konzerne wie Siemens Energy, Gea oder Thyssenkrupp gehören, ist ein Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie steht allerdings wegen der mauen Investitionsbereitschaft seit längerem unter Druck und muss auch die Auswirkungen der US-Zölle verkraften. Für 2026 geht der VDMA von einem Produktionsplus von lediglich einem Prozent aus, nach einem voraussichtlichen Minus von fünf Prozent im Jahr 2025.