Der Börsen-TagWird Bayer zerschlagen?
Der Dax bewegt sich im Bereich der 22.000er-Marke und hat im gestrigen Geschäft noch ein paar Zähler auf seine starken Drei-Prozent-Gewinne von der Wochenmitte draufgepackt. Während es um das Thema US-Zölle etwas ruhiger geworden ist, rückt nunmehr die Berichtssaison in den Vordergrund.
So oder so: Einem Dax-Wochengewinn steht kaum etwas im Wege. Zumal heute die Anleger verstärkt die Unternehmensseite im Blick haben dürften, denn zwei Dax-Konzerne haben zur Hauptversammlung geladen: Dabei stellt sich Bayer-Vorstandschef Bill Anderson zum zweiten Mal auf der Hauptversammlung den Fragen der Anteilseigner. Knapp zwei Jahre nach seinem Amtsantritt droht vielen Investoren des angeschlagenen Pharma- und Agrarkonzerns die Geduld auszugehen. Die Fondsgesellschaft Deka stellte Anderson zuletzt ein verheerendes Zeugnis aus. Denn noch immer ist keine Lösung für die Krise in Sicht, die vor allem durch die Glyphosat-Klagewelle in den USA ausgelöst wurde – dabei hatten viele gerade unter einem neuen Vorstandschef auf einen Befreiungsschlag gehofft. In seiner bereits veröffentlichten Rede zur Hauptversammlung wirbt Anderson für eine mögliche milliardenschwere Kapitalerhöhung, um die langjährigen Rechtsstreitigkeiten beizulegen. Gleichzeitig schließt er ein Ende der Glyphosat-Vermarktung in den USA nicht aus, um das Thema endlich vom Tisch zu bekommen.
Dagegen soll die Hauptversammlung von Continental den formal letzten Schritt zur Abspaltung des Autozuliefer-Geschäfts beschließen. Dieses soll im September separat an die Frankfurter Börse gebracht werden. Inzwischen steht auch der Name dafür fest: Aumovio. Die Zustimmung zum Abspaltungsvertrag gilt als Formsache. Die Conti-Aktionäre bekommen dann für je zwei ihrer Papiere eine Aumovio-Aktie ins Depot gebucht. Continental soll letztlich zu einem reinen Reifenkonzern werden. Vor kurzem hat der Konzern auch die Kunststoff- und Kautschuk-Sparte ContiTech zum Verkauf gestellt. Die komplette Terminübersicht für diese Woche finden Sie hier.