Der Börsen-TagZEW: Deutschland kein guter Standort mehr für Familienfirmen
Deutschland rühmt sich seines Mittelstandes und seiner Familienunternehmen, doch die Bedingungen für die Unternehmer sind hierzulande alles andere als berauschend. Wie aus einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervorgeht, werden sie sogar schlechter. Die Bundesrepublik landet im Vergleich unter 21 Industrienationen nur noch auf Rang 16. Sie rutschte damit im Vergleich zur vorhergehenden Untersuchung 2016 um vier Ränge ab.
"Deutschland hat im internationalen Vergleich insgesamt erheblich an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, auch wenn das noch durch die gute Konjunkturlage verdeckt wird", beklagte Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen.
Die Ergebnisse der Untersuchung "müssen ein Weckruf für die Bundesregierung sein", legte er nach.
Die Mannheimer ZEW-Wirtschaftsforscher haben die wirtschaftliche Attraktivität der Länder anhand der Indikatoren Steuern, Arbeit, Regulierung, Finanzierung, Infrastruktur, Institutionen und Energie analysiert. Die Tabelle führt die Schweiz an, gefolgt von Großbritannien und den USA. Mit Portugal liegt erstmals ein früherer Euro-Krisenstaat auf einer besseren Position als Deutschland. Auch in den osteuropäischen Ländern Polen, Ungarn und Tschechien haben es Familienunternehmen leichter.
Am Abstieg Deutschlands hat die Steuerpolitik den Ökonomen zufolge eine wesentliche Rolle. Eine Reihe von Ländern hat gegenüber Deutschland aufgeholt, weil sie in den vergangenen Jahren die Unternehmenssteuern gesenkt haben, während sie hierzulande unangetastet blieben.