Der Börsen-TagZEW-Index rauscht überraschend kräftig runter
Der Iran-Krieg lässt Finanzexperten immer pessimistischer für die deutsche Wirtschaft werden. Das Barometer der Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate sank im April um 16,7 Punkte auf minus 17,2 Zähler und damit den zweiten Monat in Folge, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner monatlichen Umfrage unter 192 Investoren und Analysten mitteilte. Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf minus 5,0 Punkte erwartet. Die aktuelle Lage schätzten die Börsianer im April ebenfalls schlechter ein: Dieses Barometer fiel um 10,8 Punkte und verharrte mit minus 73,7 Zählern tief im negativen Bereich.
"Die Stimmungsmisere vertieft sich. Der Energiepreisanstieg hält die wirtschaftliche Absturzgefahr hoch", schreibt Alexander Krüger, Chefvolkswirt von Hauck Aufhäuser Lampe: "Deutschland als Nettoenergieimporteur leidet zurzeit mehr als andere Länder. Die gestiegenen Energiepreise dürften auch die Impulse des Fiskalpakets schmälern. Statt der Krise ihren Lauf zu lassen, ergreift die Regierung fragwürdige Hilfsmaßnahmen. Das kommt zu hohen Energiepreisen, schwierigen Standortbedingungen und einer Reformuntätigkeit jetzt noch hinzu. Schlimmer als die gestiegenen Energiepreise ist, wenn die Rohölversorgung erliegen sollte. Eine schwere Ölkrise bleibt das Horrorszenario, trotz aller Hoffnungen auf eine Konfliktbeilegung. So oder so wird die Wirtschaft in diesem Jahr weniger wachsen als Ende 2025 noch erhofft."