Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagZinsangst und Corona: Anleger treten den Rückzug an

24.11.2021, 13:06 Uhr

Aus Furcht vor einem bevorstehenden Ende der ultralockeren Geldpolitik angesichts der anziehenden Inflation nehmen Anleger in Europa Gewinne mit. Das Ifo-Geschäftsklima verschlechterte sich im November zudem schon zum fünften Mal in Folge. Laut den Experten der Commerzbank geht dies hauptsächlich auf das Konto der vierten Corona-Welle. Diese gilt unter Börsianern seit einigen Tagen schon als Kernargument gefallener Aktienkurse.

Der Dax entfernt sich weiter von der 16.000er-Schwelle und rutscht zur Wochenmitte 0,6 Prozent nach unten auf 15.839 Zähler. Andere europäische Aktienmärkte zeigen sich etwas robuster. Der EuroStoxx50 gibt 0,3 Prozent auf 4269 Punkte nach.

"Öl ins Feuer haben zuletzt US-Finanzministerin Janet Yellen sowie EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel gegossen, die sich kritisch wegen steigender Inflationsrisiken geäußert haben", sagt Christian Henke, Analyst beim Brokerhaus IG. Auch die Nominierung von US-Notenbank-Chef Jerome Powell für eine zweite Amtszeit sei an den Börsen nicht unbedingt mit Applaus aufgenommen worden, da der oberste Währungshüter der Vereinigten Staaten eine Straffung der Geldpolitik angekündigt hatte.

Die befürchtete raschere Straffung der US-Geldpolitik setzt vor allem den Technologiesektor unter Druck. "Das Grundproblem ist die Tech-Schwäche, die sich aus den USA herüberbewegt", erläutert ein Händler. Eine steigende Inflation und höhere Zinsen entwerteten die erwarteten zukünftigen Gewinne dieser wachstumsstarken Firmen.

Quelle: ntv.de