Der Börsen-TagZinsen runter, DAX rauf
Er kann es noch: Der DAX arbeitet sich auf einen neuen Rekordstand, dieser liegt nun bei 21.672 Punkten. Aus dem Mittwochsgeschäft verabschiedet er sich dann erneut fester, schließt mit 21.639 Zählern 1,0 Prozent im Plus. Bereits am Dienstag hatte der DAX Gewinne verbucht, am Montag im Rahmen des "Deepseek"-Schocks leichte Verluste verkraften müssen.
Heute könnte es zudem direkt das nächste DAX-Allzeithoch geben. Nach der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), die gestern ihre Zinsen unverändert belassen hatte, richtet sich das Augenmerk heute nach Frankfurt am Main und zur Europäischen Zentralbank (EZB). Volkswirte erwarten, dass die Währungshüter um Notenbankchefin Christine Lagarde eine weitere Lockerung beschließen und den am Finanzmarkt maßgeblichen Einlagensatz um 0,25 Basispunkte auf 2,75 Prozent senken werden. Es wäre der fünfte Schritt nach unten seit der Zinswende im vergangenen Juni. Im Blickpunkt der Sitzung dürfte stehen, wie die EZB in einem von hoher Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen Umfeld weiter vorgehen wird. Am Finanzmarkt werden bislang für dieses Jahr vier Zinssenkungen erwartet. Der Einlagensatz würde damit Ende Dezember bei 2,00 Prozent liegen.
Zudem stehen neue Zahlen zum Wirtschaftswachstum in Deutschland, der Eurozone und den USA an. Sie geben Aufschluss darüber, wie sich die Konjunktur auf beiden Seiten des Atlantiks vor dem Jahreswechsel entwickelt hat. Laut einer ersten groben Schätzzahl des Statistischen Bundesamtes ist die hiesige Wirtschaft zum Abschluss des Rezessionsjahres 2024 im vierten Quartal um 0,1 Prozent geschrumpft. Die Eurozone dürfte sich laut Experten mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,1 Prozent noch in der Wachstumsspur gehalten haben. Die US-Wirtschaft läuft hingegen weiter rund: Fachleute erwarten für das vierte Quartal ein aufs Jahr hochgerechnetes Plus beim BIP von 2,6 Prozent, nach einem Zuwachs von 3,1 Prozent im Vorquartal.
Deutsche BankUnternehmensseitig liefert etwa die Deutsche Bank Geschäftszahlen. Deutschlands größtes Geldhaus dürfte 2024 weniger verdient haben als noch im Vorjahr. Grund dafür sind voraussichtlich Kosten für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten sowie für den Umbau des Instituts. Analysten erwarten im Schnitt unter dem Strich einen Gewinn von 2,97 Milliarden Euro. Damit wird die Deutsche Bank inzwischen aber das fünfte Jahr in Folge mit einem Gewinn abschließen. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing wird den Analysten zufolge zudem eine höhere Dividende verkünden. Sie rechnen im Mittel mit 0,66 Euro je Anteilsschein - im Vorjahr waren es noch 0,45 Euro. Für 2025 hat das Institut einen Euro pro Anteilsschein in Aussicht gestellt.
Nach US-Börsenschluss warten noch Amazon und Apple mit Zahlen auf. Bei denen richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf Künstliche Intelligenz (KI). Bei Apple ist die verzögerte Einführung dieser Funktionen in China ein Grund für den drastischen Absatzeinbruch auf diesem wichtigen Markt. Bei Amazon wollen Anleger wissen, ob das zuletzt enttäuschende Wachstum des Cloud-Geschäfts wieder zu dem der Konkurrenten Microsoft und Google aufschließen kann.
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