Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagZinserhöhung im Juli: EZB-Ratsmitglied deutet Fingerzeig an

11.05.2022, 10:59 Uhr

EZB-Ratsmitglied Madis Müller fasst eine Zinswende im Juli ins Auge. Der estnische Notenbankchef brachte zugleich ein früheres Ende der Anleihenkäufe ins Spiel, das als Vorstufe für eine Zinserhöhung gilt. "Wir könnten darüber diskutieren, ob wir die Käufe ein paar Wochen früher beenden sollten", sagt er. Die EZB hat das Aus bislang erst für das dritte Quartal erwogen. Die Anleihenkäufe sollten relativ schnell beendet werden und die Zinswende danach "ohne größere Verzögerung" angegangen werden, betonte Müller.

Auch wenn im Juni aus seiner Sicht noch keine Zinserhöhung zur Entscheidung anstehe, könne die Notenbank womöglich einen Fingerzeig geben: "Vielleicht könnten wir unsere Erwartungen zu den Zinsen angeben." Auf der Juli-Sitzung könne es dann zum Beschluss kommen. Es seien schrittweise Zinserhöhungen nötig, betonte Müller. Derzeit favorisiere er geldpolitische Schritte, die um einen Viertelprozent Punkt nach oben führten. So könne die EZB bis Jahresende beim Einlagesatz auf ein positives Niveau gelangen.