Der Börsen-TagZinserhöhungsfantasie steigt nach Eurozone-Inflationsdaten
Am europäischen Geldmarkt sind die Euribors zu Wochenbeginn höher gefixt worden. Die Inflationsrate im Euroraum ist im Oktober auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Die Verbraucherpreise kletterten gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent und lagen damit 10,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen monatlichen Preisanstieg von nur 0,9 Prozent und eine Jahresteuerung von 10,0 Prozent prognostiziert.
Wie die Commerzbank anmerkt, steigen die Preise inzwischen auch in der Breite immer stärker. Die Teuerungsrate ohne die volatilen Preise von Energie, Nahrungs- und Genussmittel legte erneut um 0,2 Punkte auf 5,0 Prozent zu. "Die heutigen Daten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB ihre Leitzinsen im Dezember erneut um 75 Basispunkte anhebt, zumal die Euro-Wirtschaft im dritten Vierteljahr gegenüber dem zweiten Quartal noch immer mit 0,2 Prozent gewachsen ist", heißt es.
Die Nachfrage der Banken des Euroraums nach Liquidität der Europäischen Zentralbank (EZB) hat derweil beim einwöchigen Hauptrefinanzierungsgeschäft abgenommen. Wie die EZB mitteilte, wurden 3,105 Milliarden Euro nach 4,588 Milliarden in der Vorwoche zum Festzinssatz von 2 Prozent zugeteilt. Die Banken des Euroraums besorgten sich damit 1,483 Milliarden Euro weniger EZB-Liquidität. Das neue Geschäft wird am 2. November valutiert und ist am 9. November fällig. Wegen des Feiertages am Dienstag (Allerheiligen) wurde der Tender bereits am Montag zugeteilt.