Der Börsen-TagZinsgespenst ist wieder voll da - DAX verliert Hunderte Punkte
Die europäischen Börsen sind unter Druck geraten. Auch die deutschen Aktienindizes färbten sich tiefrot. Ein extrem stark ausgefallener ADP-Bericht für die Neueinstellungen auf dem privaten US-Arbeitsmarkt befeuerte Zinserhöhungsspekulationen und lastete somit auf den Aktienkursen. Daneben ist in Amerika der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Servicebereich ebenfalls deutlich besser als gedacht ausgefallen.
Nun forderte auch noch die Präsidentin der US-Notenbankfiliale in Dallas/Texas, Lorie Logan, mit Blick auf die Inflationsbekämpfung eine restriktivere Geldpolitik. Am Donnerstag hatte das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung die allgemeine Erwartung einer Zinserhöhung Ende Juli untermauert. Am Anleihemarkt zogen die Renditen vor diesem Hintergrund kräftig an. Die deutschen Konjunkturdaten aus Deutschland spielten kaum eine Rolle, weil die Musik in den USA spielte.
Der DAX verlor 2,6 Prozent oder rund 410 Zähler und schloss bei 15.529 Punkten. Der EUROSTOXX50 notierte sogar 3,1 Prozent tiefer bei 4215 Stellen.
Alle 40 DAX-Werte verloren. Index-Spitzenreiter waren Qiagen mit minus 0,6 Prozent.
Deutlich im Plus notierten in diesem desolaten Umfeld Südzucker mit einem Zugewinn von 3,3 Prozent. Das SDAX-Unternehmen hat die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2023/24 nach einem erfolgreichen ersten Geschäftsquartal angehoben.
Mit Enttäuschung werden dagegen die Zweitquartalsergebnisse von Suse aufgenommen. Der Linux-Software-Anbieter hat bei geringfügig höherem Umsatz operativ deutlich weniger verdient. Das bereinigte operative Ergebnis sank um elf Prozent. Die Aktie brach um 14,9 Prozent ein.
Derweil rückt der Börsengang der Thyssenkrupp-Wasserstofftochter Nucera am Freitag näher. Der Angebotspreis ist auf 20,00 Euro je Aktie festgelegt worden. Daraus ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 2,53 Milliarden Euro. Die Preisspanne hatte bei 19,00 bis 21,50 Euro gelegen. Im Handel per Erscheinen liegen Nucera bei 20,70 Euro. Thyssenkrupp lagen im MDAX 2,4 Prozent im Minus.