Der Börsen-TagZurück über die 12.000? Dax hievt sich in Startposition
Am deutschen Aktienmarkt können sich Anleger auf ein vorsichtiges Plus zum Auftakt einstellen. In den vorbörslich errechneten Indikationen wird der Leitindex an der Frankfurter Börse etwas fester erwartet.
Der Dax dürfte nach Einschätzung von Banken und Brokerhäusern 0,13 Prozent im Plus bei 11.985,50 Punkten starten.
Am Vorabend war das prominenteste deutsche Börsenbarometer nach einem neuerlichen Sturz unter die 12.000er-Linie mit einem Minus von 1,05 Prozent auf 11.970,20 Zählern aus dem Dienstagshandel gegangen.
Die Vorgaben aus Asien fallen wenig hilfreich aus: In Tokio notiert der Nikkei 0,7 Prozent im Minus. Der Shanghai-Composite gibt 0,2 Prozent nach.
Überschattet werden die Aussichten weiterhin vom Handelskonflikt zwischen den beiden weltgrößten Wirtschaftsmächten USA und China, von den innenpolitischen Entwicklungen in Washington und von der Gefahr einer Eskalation im Syrienkrieg durch die angekündigte Militäroffensive der Türkei gegen die Kurden.
gDie Erwartungen der Börsianer an die heute angesetzte neue Verhandlungsrunde zur Beilegung des Zollstreits sind Beobachtern zufolge zwar gering. Viele hofften aber zumindest auf eine gewisse Entspannung, hieß es. US-Präsident Donald Trump müsse schließlich etwas Vorzeigbares liefern, um seine Chancen auf eine Wiederwahl im kommenden Jahr zu verbessern. Angesichts der anlaufenden Impeachment-Ermittlungen - und des sich abzeichnenden Verfassungskonflikts - dürften Trump derzeit außen- und wirtschaftspolitische Erfolge tatsächlich sehr hilfreich erscheinen.
Vor diesem Hintergrund warten Anleger auch auf die zur Wochenmitte anstehende Veröffentlichung der Fed-Protokolle. Von der Mitschrift ("Minutes") der jüngsten Beratungen erhoffen sie sich Rückschlüsse auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank. Trump hatte zuletzt seine Forderungen nach einer Zinssenkung bekräftigt - ein Tabubruch im Verhältnis zwischen Politik und Währungshütern, an den sich die US-Öffentlichkeit fast schon gewöhnt hat.