Der Börsen-Tag

Der Börsen-TagZwei Werte stoppen DAX-Rally

19.10.2022, 17:44 Uhr

Der DAX hat sich zur Wochenmitte kaum verändert präsentiert. Der deutsche Börsenleitindex schließt mit einem Minus von 0,2 Prozent und einem Stand von 12.741 Punkten. Das Tageshoch liegt bei 12.819, das Tagestief bei 12.705 Zählern. Im Handel verstärkt sich die Hoffnung auf eine Bodenbildung an den Börsen mit einem sich abzeichnenden Inflationsgipfel. Auch verlaufe die Berichtssaison bisher gut, so QC Partners. Der wieder niedrigere Gaspreis mache es energieintensiven Unternehmen und Haushalten leichter.

Als Impulsgeber kommt der nahende kleine Optionsverfall am Terminmarkt am Freitag hinzu, der über Deckungskäufe vor der Fälligkeit unterstützt. Trotzdem sollte eine Atempause im DAX nach dem Anstieg um fast 1000 Punkte innerhalb nur weniger Handelstage nicht überraschen, so Holger Struck von hs-livetrading. "Die Aktienmärkte durchlaufen einen stürmischen Börsenherbst", heißt es bei der LBBW.

"Die hohen Energiepreise und die damit einhegende Inflation bleiben weiterhin Thema", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel. Sie verweist auf die heute bekannt gegebene erneut deutlich gestiegene Teuerung in der Eurozone. Die Inflationsrate liegt bei 9,9 Prozent. "Sie ist damit zwar nicht ganz so hoch ausgefallen wie zunächst gedacht. Der Druck auf die Europäische Zentralbank ist dennoch hoch", erläutert sie. "Die meisten Volkswirte rechnen mit einem sehr großen Zinsschritt in der kommenden Woche von 75 Basispunkten."

Bei den Einzelwerten im Leitindex stechen heute gleich mehrere Werte heraus - sowohl positiv als auch negativ: Sartorius sacken mehr als 18 Prozent ab. Die Zahlen für das dritte Quartal waren der Grund. Der Laborausrüster konnte Umsatz und Gewinn erneut kräftig steigern, hat die Markterwartungen aber leicht verfehlt. Für das Gesamtjahr wird der Konzern etwas vorsichtiger und rechnet jetzt mit einem Umsatzanstieg in der unteren Hälfte der bisherigen Prognosebandbreite, bestätigte aber die Margenprognose. Als Wachstumswert ist die Aktie an der Börse hoch bewertet, so dass die Zahlen als Enttäuschung gewertet werden.

Merck verlieren mehr als vier Prozent. Die Justiz in Frankreich hat weitere Ermittlungen gegen den französischen Zweig des deutschen Pharmakonzerns wegen "schwerer Täuschung" im Zusammenhang mit der Formeländerung des Schilddrüsen-Medikaments Levothyrox aufgenommen.

Dagegen zeigen sich Fresenius-Titel mit einem Aufschlag von mehr als vier Prozent an der DAX-Spitze. FMC legen knapp zwei Prozent zu. Die Papiere reagieren damit auf den angeblichen Einstieg des aktivistischen Investors Elliott bei Fresenius. Ein Marktteilnehmer kann den Spekulationen einiges abgewinnen. Die Bewertung von Fresenius sei attraktiv. Gestützt werde die Aufwärtsbewegung auch durch Shorteindeckungen.

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