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Investieren in Schiffsfonds Mehr als ein Steuersparmodell

Schiffe sind in. Die Containerriesen auf den Ozeanen erfreuen sich bei Privatanlegern nach wie vor großer Beliebtheit. Was wohl in erster Linie an der Tonnagesteuer liegt – eine extrem niedrige Gewinnpauschale für Schiffe im internationalen Handel. Das ermöglicht nach wie vor den meisten Anlageprodukten eine fast steuerfreie Ausschüttung.

Dennoch geraten die Fondsinitiatoren unter Druck. Denn die Preise für den Schiffsneubau sind auf Rekordniveau. Gleichzeitig sinken die Charterraten. "Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Den Wachstum des Marktes kann man nicht mit Gewinnwachstum gleichsetzen", meint Jügen Dobert, Fachjournalist für Schifffahrt. Er ist überzeugt, dass es nicht so gut um die Containerschifffahrt bestellt ist. Für viele Schiffsfonds sei es daher anstrengend zu halten, was sie versprochen haben.

Alternativen zum Containermarkt sind also gefragt. Die Einen setzen nun auf andere Schiffstypen. Tanker, Kühlschiffe, Kreuzfahrtriesen und alles, was Rohstoffe nach Fernost verschiffen kann. Von dieser Asienfantasie leben auch die Containerfonds. Sie investieren ausschließlich in die Boxen. Allerdings machen steuerliche Änderungen diese Anlageform ab 2009 höchst unprofitabel.

Erster offener Schiffsfonds

Eine andere Idee ist es, die Anlageformen zu verändern. So legt zum Beispiel LloydFonds den ersten offenen Schiffsfonds auf, der in verschiedene Schiffstypen und -größen investiert. "Ich halte diesen Fonds für eine gute Innovation, da der Markt einem breiteren Publikum erschlossen wird und auch kleinere Beträge investiert werden können", zeigt sich Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank überzeugt.

Das Besondere des Fonds: Er ist täglich handelbar und ermöglicht es dem Anleger erstmals selbst zu entscheiden, wann er aussteigen will. "Die offene Variante hat zudem den Vorteil, dass man in ein breiter gestreutes Portfolio investieren kann", so Werner Großekämper, Geschäftsführer Norddeutsche Vermögen. Der Nachteil: Die Tonnagesteuer, die geschlossene Schiffsfonds so attraktiv macht, ist nicht nutzbar.

Lloyd darf diesen Fonds nicht offen bewerben – was Interviews einschließt – denn der Fonds ist nach Luxemburger Recht aufgelegt. Dennoch hat das Hamburger Haus bereits rund 20 Millionen Euro eingesammelt. Großekämper geht davon aus, dass sich die Renditen des offenen Fonds zwischen sechs und acht Prozent bewegen werden. "Man muss den Anleger natürlich darauf hinweisen, dass bei einem offenen Schifffonds ein ähnliches Risiko wie bei einem offenen Immobilienfonds besteht. Im Zweifelsfall kann so ein Fonds auch eingestellt werden", erklärt Hellmeyer.

Alternative: Schiffsbeteiligungsgesellschaft

Eine andere Hamburger Idee ist die erste börsennotierte Schiffsbeteiligungsgesellschaft. Sie ist an der Hamburger Börse gelistet. 17 institutionelle Aktionäre haben dort ihr Geld angelegt, um ebenfalls von der Tonnagesteuer zu profitieren. Das Geschäft an sich bleibt gleich: Man setzt auf Container und Tanker und schließt Charterverträge ab.

Der Wettbewerbsdruck aus Südkorea und Singapur nimmt zu, deren Konditionen für Reeder und Investoren unschlagbar günstig sind. Für die deutschen Anbieter wird es schwieriger, Schiffsbeteiligungen vom Steuerspar- zum attraktiven Renditemodell umzuwandeln.

Quelle: ntv.de

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