Marktberichte

Dax-Vorschau Anleger vor heißem Börsenherbst

18760450.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Große Sprünge erwarten Börsianer in den kommenden Handelstagen am deutschen Aktienmarkt nicht. Bis zur richtungsweisenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über den ESM und den Troika-Bericht zu Griechenland stehen jedoch bereits wichtige Termine aus, insbesondere auf der Makroseite.

Für Aktienanleger heißt es in den kommenden Tagen noch einmal ordentlich Luft holen. Nach dem Sommerloch dürfte im September ein heißer Börsenherbst beginnen: Es stehen wichtige Zentralbankentscheidungen an, das Bundesverfassungsgericht wird sich zum ESM äußern, Spanien könnte europäische Finanzhilfen beantragen, und für Griechenland geht es wieder einmal darum, ob weitere Rettungsgelder fließen oder nicht. "Selten lagen Chancen und Risiken so eng beisammen, wie es derzeit an den Kapitalmärkten der Fall ist", sagt Aktienstratege Matthias Thiel von MM Warburg. "Zwei Punkte düften in den kommenden Wochen ausschlaggebend sein: Wie werden die Zentralbanken und insbesondere die EZB handeln, und wie entwickelt sich die Konjunktur im Verlauf der zweiten Jahreshälfte weiter?"

Für die kommenden Tage erwarten die Strategen noch keine großen Sprünge. Die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten hatte der Leitindex zwar vorübergehend überwunden, konnte sie aber nicht verteidigen. Die Experten der Landesbank Berlin halten es für wahrscheinlich, dass noch mehr Investoren Kasse machen. Immerhin hat der Dax allein seit dem Quartalsbeginn rund 11 Prozent an Wert gewonnen. Auf Wochensicht hat der Leitindex nun 1 Prozent eingebüßt.

Notenbanken bleiben Hoffnungsanker

Hoffnungsanker für viele Anleger bleiben die Notenbanken. Erster wichtiger Termin: das am Freitag beginnende traditionelle Treffen führender Zentralbanker in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. 2010 hatte Fed-Chef Ben Bernanke auf eben diesem Treffen das zweite Anleihen-Kaufprogramm angekündigt.

Auch die EZB-Sitzung am 6. September wird in den kommenden Tagen verstärkt in den Fokus rücken. Spekulationen, wie genau der Masterplan der Zentralbank wohl aussehen wird, dürften die Märkte in den kommenden Tagen in Bewegung halten. Im Gespräch sind unterstützende Käufe von Anleihen angeschlagener Länder. Eine andere Variante wäre die Festlegung auf bestimmte Zinsschwellen, oberhalb der die EZB interveniert.

EZB-Chef Mario Draghi hat ein Eingreifen seines Instituts an die Bedingung geknüpft, dass die betroffenen Länder Hilfen aus dem Rettungsschirm beantragen und Sparvorgaben akzeptieren. Konkrete Ansagen Draghis am 6. September werden schwierig, denn erst sechs Tage später entscheidet das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe darüber, ob der neue Rettungsschirm ESM überhaupt rechtmäßig ist. "Die EZB wird vorher sicher keine große Aktion starten", sagt Marktanalyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz. Außerdem gebe es noch zu viele Streitpunkte innerhalb der Notenbank. "Da muss hinter den Kulissen noch einiges geglättet werden."

Kommt US-Konjunktur auf die Beine?

Angesichts der Spekulationen um ein neues Anleihen-Kaufprogramm der Fed werden auch die US-Konjunkturdaten einer genauen Prüfung unterzogen. Im Fokus stehen unter anderem die Konsumausgaben am Donnerstag. Von Reuters befragte Analysten rechnen nach einer Stagnation im Vormonat nun mit einem leichten Plus im Juli. Der private Verbrauch gilt als die Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Am Freitag liefert dann noch der Stimmungsindikator der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago Hinweise auf die Perspektiven für die US-Konjunktur.

Rückschlüsse auf den Zustand der heimischen Wirtschaft lässt der Ifo-Geschäftsklimaindex zu, der am Montag veröffentlicht wird. Analysten sind eher skeptisch und sagen den vierten monatlichen Rückgang in Folge voraus. Tags darauf steht der GfK-Konsumklimaindikator auf der Agenda. Den Prognosen zufolge stagniert das Stimmungsbarometer.

Unternehmensbilanzen sind für die neue Woche kaum angekündigt. Ins Rampenlicht könnte allerdings die Lufthansa rücken, da ab Dienstag ein Streik der Flugbegleiter droht. Am Donnerstag läuft zudem die Annahmefrist für die Übernahmeofferte von Andritz für Schuler aus. Das Management des Metallpressen-Herstellers hatte seinen Aktionären empfohlen, das Angebot anzunehmen.

Quelle: ntv.de, nne/rts

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.