Marktberichte

US-Wirtschaft, Krim-Krise, China Asien-Börsen schließen leicht im Minus

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Peking kämpft gegen die Überhitzung der Konjunktur, indem sie die Kreditvergabe verringert. Ob die Wachstumsdelle die Regierung noch mal aus der Reserve lockt?

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Märkte in Asien halten sich bedeckt. Der Goldpreis sowie die anstehende Anhebung der Mehrwertsteuer in Japan drücken auf die Kurse. In China setzt der Finanzsektor etwas zurück.

Die ostasiatischen Aktienmärkte haben überwiegend mit kleinen Verlusten geschlossen. Nachdem es zunächst nach den kräftigen Vortagesgewinnen und belastet von negativen Vorgaben der Wall Street nach Gewinnmitnahmen und deutlicheren Einbußen ausgesehen hatte, berappelten sich viele Indizes im Verlauf wieder von ihren Tagestiefs.

Der Nikkei-Index drehte zeitweise sogar knapp ins Plus, beschloss den Tag aber am Ende mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 14.423 Punkten. Der Kospi gab 0,2 Prozent nach. Der Schanghai Composite trat auf der Stelle. Der S&P ASX 200 in Sydney setzte 0,2 Prozent zurück. Auch in Hongkong und Singapur waren die Vorzeichen rot.

Minensektor schielt auf Goldpreis

Zu den Verlierern des Tages gehörten Goldminenaktien. Hintergrund war der weiter nachgebende Goldpreis. Er lag zuletzt bei 1.316 Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit Mitte Februar. Das Edelmetall leidet Marktbeobachtern zufolge unter Gewinnmitnahmen und der jüngst gestiegenen Aussicht auf bald steigende US-Zinsen. Damit wird das zinslose Edelmetall für viele Anleger weniger attraktiv. Die Aktien von Newcrest Mining, Kingsgate und St. Barbara verloren zwischen fünf und fast zehn Prozent.

Andere Rohstoffaktien in Sydney schlugen sich dagegen besser vor dem Hintergrund eines gestiegenen Eisenerzpreises. Händler begründeten dies mit Hoffnungen auf konjunkturstimulierende Maßnahmen im für Australien wichtigen Nachfrageland China. Diese wurden auch an den anderen Plätzen als Grund für die weitgehend stabilen Kurse genannt. Die Spekulationen hatten zuletzt Nahrung vom HSBC-Einkaufsmanagerindex erhalten, der zuletzt auf ein Achtmonatstief gefallen war.

Allerdings gab es auch warnende Stimmen. Die Volkswirte von Reorient Financial Markets in Hongkong wiesen darauf hin, dass die neue Führung in Peking schon bei diversen Gelegenheiten gezeigt habe, dass sie sich wegen zwischenzeitlicher Rücksetzern nicht so leicht von ihrem Kurs abbringen lasse.

Höhere Mehrwertsteuer in Japan

In Tokio ließen Sorgen vor den Auswirkungen der am 1. April anstehenden Mehrwertsteuererhöhung auf die Konjunktur keine Kauflaune aufkommen. Im Handel machten Zweifel die Runde, ob die Notenbank des Landes mit möglichen weiteren Lockerungsmaßnahmen wie auch Ministerpräsident Abe mit seinen bislang kaum umgesetzten Strukturreformen diesen negativen Effekt auffangen werden. Andererseits sei der positive Trend bei den Unternehmensgewinnen intakt, meinte Shigeo Sugawara, Anlageexperte bei Sompo Japan Nipponkoa Asset Management.

Zu den Gewinnern gehörten Hitachi nach der Ankündigung, die Zusammenführung des Geschäfts mit Gesundheits- und Informationstechnologie weiter vorantreiben zu wollen. Der Kurs legte um 1,5 Prozent zu. Aufwärts ging es in Tokio erneut mit der Aktie des Paketzustellers Yamato, der kurz vor einer Ausweitung des Geschäfts nach China steht. Der Kurs legte um 1,6 Prozent zu.

Abgaben verzeichneten in China Bankenaktien, die zuletzt von der neu eingeführten Möglichkeit der Ausgabe von Vorzugsaktien besonders profitiert hatten. CITIC Bank verloren 2,5 Prozent, Industrial Bank 2,0 Prozent und Ping An Bank 1,8 Prozent. Leicht unter Druck standen chinesische Versicherungswerte, nachdem die malaysische Führung am Vortag offiziell den Absturz der seit rund zwei Wochen vermissten Maschine bestätigt hatte. Versicherer wie Ping An Insurance Company sollen angeblich schon damit begonnen haben, erste Schadenersatzzahlungen zu leistet.

Quelle: ntv.de, ddi/rts