Marktberichte

Rally in Tokio Asien-Börsen schütteln Krim-Sorgen ab

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Die Handbremse bleibt noch angezogen: Händler in Japan sind weiter vorsichtig.

(Foto: REUTERS)

Die asiatischen Handelsplätze setzen ihre Erholung mehrheitlich fort. In Tokio schauen Anleger vor allem auf Papiere, die zuletzt gelitten haben. Gesucht sind vor allem Sony. In China steht der Volkskongress weiter im Blick.

Weiter aufwärts geht es an den Börsen in Ostasien. Während sich die Rally in Tokio noch beschleunigt, fallen die Kursveränderungen an den anderen Plätzen der Region allerdings deutlich geringer aus. Die Krise um die Ukraine und die Halbinsel Krim habe angesichts der laufenden diplomatischen Bemühungen um eine Entspannung ihren Schrecken zunächst verloren, heißt es. Sie spiele an den Märkten derzeit nur im Hintergrund eine Rolle.

In Tokio sorgen der schwächere Yen und eine deutlich zulegende Sony-Aktie für gute Stimmung. Nach dem Gewinn von über einem Prozent am Vortag legt der Nikkei-Index um weitere 1,8 Prozent zu auf 15.162 Punkte. Seit Jahresbeginn liegt er aber immer noch fast sieben Prozent im Minus. Börsianern zufolge versuchen sich Investoren Papieren einzukaufen, die durch die Krise in der Ukraine zuletzt besonders stark gelitten hätten.

Sony-Plus sorgt für Fragezeichen

Der Dollar erholt sich im Vorfeld der am Freitag mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten auf 102,71 Yen, verglichen mit Ständen um 102,20 zur gleichen Zeit am Mittwoch. Ein schwacher Yen verbessert die Exportchancen japanischer Unternehmen.

Rätselraten herrscht um das knapp dreiprozentige Plus der Sony-Aktie. Im Handel wird dazu auf eine Nachricht des "Wall Street Journals" verwiesen, wonach die in Peking beheimatete Huayi Brothers Media angeblich "Hunderte Millionen Dollar" in die Produktion von fünf Filmen investieren will, die von Sony Pictures herausgegeben werden. Das könnte neue Fantasie in die Sony-Filmsparte bringen.

In China dominieren weiter die Schlagzeilen vom laufenden Volkskongress das Geschehen, während im Hintergrund weiter die Sorge vor dem am Freitag bevorstehenden erstmaligen Ausfall eines Schuldners für Verunsicherung sorgt. Immobilienaktien gehören zu den Tagesfavoriten. Sie werden beflügelt von Hoffnungen auf weniger strenge Kontrollen in kleineren Städten. China Vanke gewinnen fast 5 Prozent, Gemdale 1,3 Prozent. Internetaktien wie Tencent legen ebenfalls zu, gestützt von Volkskongress-Aussagen, wonach die Bereiche 4G Telekommunikation und E-Commerce besonders gefördert werden sollen.

Australien unverändert

In Hongkong steht das Börsendebüt des nach Umsatz weltweit drittgrößten Auktionshauses im Fokus. Der Kurs der staatlich kontrollierten Poly Culture Group schießt um 26 Prozent nach oben. Das Auktionshaus hatte mit seinem Börsengang 331 Millionen US-Dollar eingenommen.

Die bereits geschlossene Börse in Australien hinkte den anderen Plätzen hinterher und beendete den Tag unverändert. Nach stark ausgefallenen Handelsbilanz- und Einzelhandelsdaten wurden am Aktienmarkt anfängliche kleiner Verluste wieder aufgeholt, während am Devisenmarkt der Austral-Dollar stieg. Unter den Einzelwerten fielen Leighton mit einem Plus von 5,7 Prozent aus dem Rahmen. Im Handel wurde dies mit Eindeckungen von Leerverkäufen begründet, zumal rund 15 Prozent der Marktkapitalisierung des Unternehmens leer verkauft seien.

Zu den Verlierern in Ostasien gehören Aktien von Energieunternehmen. Sie leiden Teilnehmern zufolge unter den zuletzt deutlicher gesunkenen Ölpreisen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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