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Hongkong gut behauptetAsien geht in die Knie

17.04.2007, 12:19 Uhr

Die guten Vorgaben von der Wall Street sind in Asien am Dienstag größtenteils verpufft. Die meisten Indizes konnten zwar noch im positiven Terrain starten, gaben aber später im Handelsverlauf wieder ab. Einzig in Hongkong und an den chinesischen Inlandsbörsen wechselten die maßgeblichen Indizes im Laufe des Tages die Richtung nach oben.

Von Gerhard Heinrich, Emfis

Die guten Vorgaben von der Wall Street sind in Asien am Dienstag größtenteils verpufft. Die meisten Indizes konnten zwar noch im positiven Terrain starten, gaben aber später im Handelsverlauf wieder ab. Viele Marktteilnehmer waren offenbar der Meinung, dass die Aufschläge in den USA bereits am Montag vorweggenommen worden seien und dass die Zeit für Gewinnmitnahmen gekommen sei. Einen weiteren Grund reserviert zu bleiben, sah man in der bevorstehenden Quartalsberichtssaison.

Einzig in Hongkong und an den chinesischen Inlandsbörsen wechselten die maßgeblichen Indizes im Laufe des Tages ein weiteres Mal die Richtung und drehten diesmal nach oben. Dafür zeichneten insbesondere die anhaltenden Geldzuflüsse aus dem Ausland verantwortlich. Zudem werden am Donnerstag die Daten zum Bruttoinlandsprodukt in China veröffentlicht. Zuletzt hat sich der Eindruck verfestigt, dass sich die Volkswirtschaft im Reich der Mitte noch einmal dynamischer entwickelt hat, als von vielen Beobachtern erwartet - und teilweise befürchtet.

In Japan gab der Nikkei 225 schlussendlich 0,57 Prozent auf 17.527 Punkte ab, der breitere Topix verlor 0,55 Prozent auf 1.716 Zähler. Vor allem Titel aus dem Binnensektor, die zuletzt gut vorangekommen waren, wurden verkauft. Dies brachte etwa den Papieren des Versorgers Tokyo Electric Power einen Abschlag von 0,49 Prozent ein, die Aktie von Daiichi Sankyo ging um 1,22 Prozent nach unten. Verschiedentlich wurde in spekulativere Werte aus dem Technologiesektor umgeschichtet. So zogen etwa unter den Halbleiter-Ausrüstern Tokyo Electron um 3,62 Prozent und Nikon um 3,07 Prozent an. Im Autosektor gewannen Toyota Motor 0,42 Prozent hinzu. Nissan Motor gaben hingegen nach einem skeptischen Ausblick 1,22 Prozent ab.

In Taiwan verlor der Taifex 1,1 Prozent auf 7.959 Zähler. Angesichts der bevorstehenden Quartalszahlen von Intel & Co. blieb man hier gerade im Technologiesektor weiter zurückhaltend. So gaben Hon Hai Precision Industry 1,6 Prozent ab, Chi Mei Optoelectronics verloren 1,5 Prozent. Die Aktie von Quanta Computer ging um 1,38 Prozent nach unten, obwohl der Notebook-Hersteller angekündigt hatte, gemeinsam mit Partnern ein groß angelegtes Logistik-Netzwerk auf die Beine stellen zu wollen. Dagegen konnten sich Taiwan Semiconductor nach den Abschlägen vom Vortag wieder erholen und um 0,74 Prozent verbessern. Hilfreich war hier auch ein Anstieg der ADRs am Vorabend in den USA.

In Korea gab der Kospi 0,22 Prozent auf 1.528 Stellen ab. Zuvor hatte er allerdings bei 1.538 Punkten abermals ein neues Rekordhoch erreicht. Fast alle Blue Chips tendierten nach unten. So verloren Posco 0,8 Prozent, Kookmin Bank gingen um 0,9 Prozent nach unten. Die Aktie des Schiffbauers Hyundai Heavy Industries schrammte sogar um 3,4 Prozent abwärts. Dagegen stagnierten Samsung Electronics bei 593.000 Won und LG Electronics bei 63.600 Won. Hyundai Motor konnten sich sogar gegen den Trend um 0,3 Prozent verbessern. Auffallend war auch eine abrupte Rotation hin zu den Aktien der Einzelhandelskonzerne. Dies ließ etwa Shinsegae um 5,7 Prozent nach oben springen, Lotte Shopping zogen um 4,8 Prozent an.

In Hongkong drehte der Hang Seng Index in der zweiten Handelshälfte noch einmal nach oben, um am Ende einen leichten Aufschlag von 0,15 Prozent auf 20.788 Punkten zu verbuchen. Der Umschwung wurde überwiegend von den Marktschwergewichten getragen. So stiegen HSBC um 0,35 Prozent, nachdem die saudische Investment-Gesellschaft Singularis offenbar einen Anteil von 3,1 Prozent an der Großbank erworben hat. China Mobile verbesserten sich um weitere 0,66 Prozent. Auch der China-Banken-Sektor entwickelte sich erfreulich. Hier konnten China Merchants Bank nach Zahlen einen Aufschlag um 3,04 Prozent verbuchen, China Construction Bank gewannen 2,76 Prozent hinzu. Dagegen schrammte die Aktie des Versicherers China Life im Vorfeld des Quartalsberichts um 2,14 Prozent nach unten.

In China stieg der Shanghai A-Share Index um 0,42 Prozent auf 3.796 Zähler; der Shenzhen A-Share Index erreichte mit einem Plus von 1,67 Prozent bei 1.036 Stellen einen neuen Schlussrekord. Der australische S&P/ASX 200 gab 0,18 Prozent auf 6.186 Punkte ab.