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Kurzatmige VerschnaufpauseAsiens Börsen im Minus

07.04.2009, 11:48 Uhr

Die schwache Entwicklung am Montag in den USA lässt die asiatischen Aktienmärkte heute nicht unbeeinflusst. Analysten sehen in der Entwicklung kein Drama, sondern lediglich eine Verschnaufpause.

Die schwache Entwicklung am Montag an der Wallstreet hat die asiatischen Aktienmärkte heute nicht unbeeinflusst gelassen. Verschiedentlich konnten sich die dortigen Börsen dem Abwärtssog aus den USA noch entziehen, etliche asiatische Indizes landeten jedoch im Minus. Die meisten Analysten sahen in der heutigen Entwicklung allerdings kein Drama, sondern werteten sie als Verschnaufpause, die die derzeitige Erholungsphase an sich nicht in Frage stelle.

In Japan verlor der Nikkei 225 nach den üppigen Aufschlägen der Vorwoche heute 0,3 Prozent auf 8832 Punkte. Händler sprachen dennoch von einer weiterhin guten Stimmung unter den Investoren. Der breitere Topix konnte 0,2 Prozent auf 832 Zähler zulegen.

Gesucht waren unter anderem die Bauwerte, die von der Ankündigung weiterer staatlicher Konjunkturhilfen profitierten. Hier legten Kajima 1,6 Prozent zu, Kumagai Gumi sprangen um 14 Prozent nach oben.

Gesucht waren auch die defensiven Titel aus dem Pharma- und Telekomsektor. Hier verbesserten sich etwa Shionogi um 1,9 Prozent und Astellas Pharma um 2,6 Prozent, NTT DoCoMo legten 3,3 Prozent und Softbank 1,5 Prozent zu.

Auch die Autowerte wurden wegen des relativ stabilen Dollars weiter gekauft. Hier konnten sich etwa Honda um 2,2 Prozent und Mazda um 6,6 Prozent verteuern. Etwas zurückhaltender war man dagegen für den Elektroniksektor, wo Canon 0,6 Prozent und Sharp 0,8 Prozent abgaben; Sony schlossen unverändert bei 2420 Yen.

Unter Druck standen daneben vor allem die Papiere aus dem Rohstoff- und Stahlsektor, die sich in den vergangenen Wochen besonders gut erholt hatten. Nippon Oil rutschten um 4,1 Prozent und Inpex um 2,4 Prozent ab; unter den Stahlwerten verbilligten sich Nippon Steel um 3,0 Prozent und Kobe Steel um 4,0 Prozent.

Die Situation in Seoul

In Korea konnte sich der Kospi dem Abwärtsdruck aus den USA entziehen. Der Kospi gewann stattdessen weitere 0,17 Prozent auf 1300 Zähler hinzu. Damit schloss er erstmals seit annähernd sechs Monaten wieder oberhalb der 1300-Punkte-Marke, und hat sich gleichzeitig den sechsten Handelstag in Folge verbessert.

Die Anleger konzentrierten sich weiter auf die zyklischen Werte, wurden hier allerdings langsam wählerischer als in den vergangenen Tagen. So legten im Elektroniksektor LG Display 1,4 Prozent und Hynix Semiconductor 1,1 Prozent zu. Dagegen ging es bei den Titeln der Marktschwergewichte Samsung Electronics und LG Electronics schon wieder um jeweils 1,6 Prozent und 0,1 Prozent nach unten.

Unter den Autowerten verteuerten sich Hyundai Motor um 1,0 Prozent und Kia Motors um 0,8 Prozent. Die Aktie von Ssangyong Motor sprang um 14,8 Prozent nach oben. Der unter Gläubigerschutz stehende Autohersteller hatte die Entlassung von 40 Prozent der Belegschaft angekündigt.

Einhellig gesucht waren die eher defensiven Werte. Hier gelang der Aktie des Tabakkonzerns KT&G ein Anstieg um 3,2 Prozent; Hite Brewery stiegen um 1,7 Prozent.

Der Tag in Taipeh

Auch in Taiwan wurde heute ein neues 6-Monats-Hoch erreicht. Der TAIEX verbesserte sich um 0,37 Prozent auf 5576 Punkte, was dem höchsten Schlusskurs seit Anfang Oktober entspricht.

Allerdings wurde die insgesamt gute Laune der Marktteilnehmer durch Abschläge im Finanzsektor getrübt. Dort entscheidet heute das Parlament über eine Herabsetzung der Zinssätze für Kreditkarten-Schulden.

Dies brachte etwa die Aktie von Taiwans größtem Kreditkartenanbieter Chinatrust Financial um 1,9 Prozent nach unten; Cosmos Bank rutschten sogar um 6,2 Prozent ab. Der Technologiesektor hingegen entwickelte sich trotz einiger Ausrutscher insgesamt nach oben. Unter den Notebook-Herstellern verteuerten sich Acer um 1,1 Prozent und Asustek um 0,3 Prozent.

Im Speicherchip-Sektor gewannen Powerchip Semiconductor 1,3 Prozent und Nanya Technology sogar 6,1 Prozent hinzu. Die Aktie des Auftrags-Chipherstellers United Microelectronics stieg im Vorfeld der März-Umsatzdaten um 2,8 Prozent.

Dagegen gaben die Titel des größeren Konkurrenten Taiwan Semiconductor Manufacturing 0,6 Prozent ab. Daneben befand sich auch die Aktie des Handy-Produzenten HTC auf dem Sinkflug. Sie verlor nach den gestern veröffentlichten Quartalszahlen 2,9 Prozent.

Blick aufs Festland

Gewinnmitnahmen haben heute den Hang-Seng-Index um 0,5 Prozent auf 14.928 Punkte nach unten gedrückt. Händler erklärten, dass es nach den deutlichen Kursgewinnen der vergangenen Tage keine ausreichend optimistischen Nachrichten mehr gegeben habe, die das Kaufinteresse weiter hätten stimulieren konnten. In den vergangenen drei Handelstagen war Hongkongs Leitindex um knapp elf Prozent nach oben geschossen.

Gemieden wurden unter anderem die Finanzwerte, die sich in den letzten Wochen besonders gut entwickelt hatten. Hier gaben HSBC Holdings 1,6 Prozent ab, Standard Chartered rutschten um 9,0 Prozent nach unten. Unter den Rohstoffwerten verloren CNOOC 3,1 Prozent und PetroChina 2,1 Prozent, nachdem zuvor auch die Rohölnotierungen abgegeben hatten.

Unter den Titeln der Metallbranche fielen Aluminum Corp of China um 3,0 Prozent und Angang Steel um 3,6 Prozent. Gegen den Trend konnten sich allerdings Zijin Mining um 1,9 Prozent nach oben arbeiten; Lingbao Gold stiegen um 4,1 Prozent.

China Shipping Container brachen um 9,4 Prozent ein. Zuvor hatten Morgan Stanley die Aktie der Frachtschifflinie auf "underweight" abgestuft.

In China verbesserte sich der Shanghai Composite Index um 0,8 Prozent auf 2439 Punkte und markierte damit ein neues 7-Monats-Hoch.