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Euro tritt auf der Stelle Britisches Pfund gerät unter Druck

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Die Sorge um die britische Wirtschaft schwächt das Pfund.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die maue Konkjunktur in Europa kann dem Euro nur wenig anhaben: Die Gemeinschaftswährung bewegt sich kaum. Sorge um die britische Wirtschaft setzt dagegen dem Pfund zu.

Der Euro hat sich am Mittwoch unter dem Strich nur wenig bewegt. Die Gemeinschaftswährung kostete am Abend 1,2475 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Morgen. Am Markt war von einem wenig spektakulären Handel die Rede. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2467 (Dienstag: 1,2424) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8021 (0,8049) Euro.

Leicht belastet wurde der Euro von der schlechten Stimmung an den Börsen. Hinzu kamen Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum, die wenig Hoffnung auf eine anziehende Konjunktur machten. Die Industrieproduktion im Währungsraum legte im September zwar zu. Im Durchschnitt des dritten Quartals fiel sie aber zurück. Erste Zahlen für das gesamtwirtschaftliche Wachstum im Sommerquartal werden am Freitag erwartet. Bankvolkswirte rechnen mit nicht viel mehr als Stagnation.

Tagesverlierer unter den großen Währungen war das britische Pfund. In ihrem Inflationsbericht zeigte sich Bank of England pessimistischer für die heimische Wirtschaft und die Preisentwicklung. Eine rasche Zinsanhebung, wie noch vor wenigen Monaten erwartet, wird damit immer unwahrscheinlicher. Notenbankchef Mark Carney gab sich gewohnt zugeknöpft, was den Zeitpunkt einer ersten Zinsstraffung nach der Finanzkrise angeht.

Immer ungemütlicher wird die Lage für die Schweizer Notenbank (SNB): Der Franken nähert sich der von der SNB festgelegten Obergrenze. Mit dieser Festlegung im Herbst 2011 wurde die starke Aufwertung des Franken in der Euro-Schuldenkrise gestoppt. Die Grenze hat seither zwar gehalten, zurzeit liegt der Frankenkurs aber nur hauchdünn darunter. Zusätzliches Ungemach droht der SNB von einem Referendum Ende November, das sie dazu verpflichten soll, einen fixen Teil ihrer Währungsbestände in Gold zu halten. Viele Experten warnen, dass die Geldpolitik der Notenbank dadurch massiv beschnitten würde.

Quelle: n-tv.de, hvg/dpa

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