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Entspannter HandelDax legt Pause ein

30.12.2013, 15:05 Uhr
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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Frankfurter Aktienmarkt lässt es am letzten Handelstag des Jahres ruhig angehen. Der Dax pendelt in einer engen Spanne um das Rekordhoch. Ingesamt verbuchen die Indizes im Börsenjahr 2013 satte Aufschläge. Das dürfte sich fortsetzen.

Der Dax hat sich am letzten Handelstag des Jahres kaum verändert gezeigt. Mit 9594 Zählern übertraf er zeitweise sein am Freitagabend aufgestelltes Allzeithoch von 9589 Punkten kurz nach Handelsbeginn um rund fünf Zähler. Doch rutschte er bald wieder leicht ab und schloss 0,4 Prozent schwächer bei 9552 Punkten. Der MDax gab 0,3 Prozent ab auf 16.574 Punkte, während der TecDax 0,2 Prozent auf 1167 Zähler gewann.

"Das Jahr war ja schon aufregend genug", sagte ein Händler mit Blick auf den ruhigen Handel. Viele Börsianer seien mit dem Jahresabschluss beschäftigt gewesen. Die meisten Anleger nutzten die hohen Kurse nur noch für Glattstellungen zum Jahresabschluss, ergänzte ein Kollege.

Satte Jahresgewinne in den Indizes

Die Vorgaben aus Tokio waren freundlich. Der Nikkei-Index schloss 0,7 Prozent höher. 2013 wird mit einem Plus von 57 Prozent in die japanische Börsengeschichte als das beste Jahr seit 1972 eingehen. Der Dax hat 26 Prozent gewonnen - etwa so viel wie der Dow-Jones-Index. Schon 2012 hatte der Dax um 29 Prozent zugelegt. Der MDax gewann 39 Prozent, der TecDax sogar fast 41 Prozent. Die Aktien aus der vierten Reihe - dem SDax - legten 29 Prozent zu.

Insgesamt beschrieben Händler und Analysten die Stimmung an den Börsen als unverändert positiv. "Viele Investoren sind zuversichtlich, dass das Wachstum 2014 weltweit zunimmt, während die Zinsen auf dem außergewöhnlich niedrigen Niveau bleiben, was den Weg für höhere Unternehmensgewinne in den kommenden Quartalen ebnet", sagt Markus Huber, Händler beim Broker Peregrine & Black.

Grund für die gute Stimmung an den Märkten war 2013 die ultralockere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Sie hat die großen Trends an den Märkten in diesem Jahr geprägt. Wie lange wird die Fed noch Anleihen kaufen und damit die Märkte mit Liquidität versorgen? Wann genau wird die Notenbank aus diesem Programm aussteigen? Und in welcher Form? Das waren die Fragen, die Händler, Investoren, Analysten und Finanzjournalisten 2013 bewegt haben.

Fed-Sitzungen sorgen für Belebung

Die Diskussion um den Ausstieg riss die Märkte immer dann aus der Lethargie, wenn eine Sitzung der Fed bevorstand, und bestimmte die Marschrichtung. Auf US-Konjunkturdaten, insbesondere Arbeitslosenzahlen, wurde mit Hochspannung gewartet. Ließen die Daten das Handeln der Fed doch zumindest ein kleines bisschen vorausahnen. Bis im Dezember die Zahlen dann so gut waren, dass Ben Bernanke in einer seiner letzten Amtshandlungen als Fed-Präsident die Anleihekäufe um monatlich zehn Milliarden US-Dollar zurückfuhr - und damit den Startschuss zur Jahresendrally gab.

Doch trotz der übergeordneten Fed-Abhängigkeit wurden viele deutsche Aktien 2013 nicht alleine von der Liquidität in eine bestimmte Richtung getrieben. Meist gab es ganz fundamentale Gründe für das Plus oder Minus der Aktien.

Unter den Einzelwerten im Dax gab es kaum größere Bewegungen. K+S führten die Gewinnerliste mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 22,37 Euro an. Thyssenkrupp gewannen 1,6 Prozent auf 17,69 Euro. Dagegen gaben Deutsche Telekom 1,3 Prozent nach. Bayer verbilligten sich um 1,1 Prozent.

In der zweiten Reihe wurden die Verlierer von Wacker Chemie angeführt, die 2,0 Prozent abgaben. Sky büßten 1,4 Prozent ein, Fuchs Petrolub setzten 1,3 Prozent zurück. Aufwärts ging es am anderen Ende dagegen für Stada, die 2,0 Prozent anzogen. Gerry Weber legten 1,7 Prozent zu.

Im TecDax beendeten PSI den letzten Handelstag des Jahres mit einem Aufschlag von 4,4 Prozent. Morphosys kletterten 2,4 Prozent. Leichter gingen derweil Bechtle mit minus 2,9 Prozent und LPKF mit minus 1,8 Prozent aus dem Handel.

Am Anleihemarkt zeigte der Zinstrend derweil weiter nach oben. Die zehnjährigen US-Anleihen rentierten über drei Prozent. Der Anstieg ist der angekündigten Drosselung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank geschuldet. "Wir sehen hier den Gezeitenwechsel von einer Niedrigzins-Ära in eine Ära höherer Zinsen", sagte Chris Rupkey, ökonomischer Analyst bei der Bank of Tokyo-Mitsubishi. "Das wird allerdings erst in der ersten Januar-Woche ein Rolle am Markt spielen", glaubte ein Frankfurter Händler. Vor dem Jahreswechsel dürften keine Anpassungen mehr in den Portfolios aufgrund der gestiegenen Rendite der US-Anleihen vorgenommen werden.

Quelle: ntv.de, jga/rts/DJ