Gute Laune in FrankfurtDax nähert sich Rekordhoch

Der Dax ist nur noch wenige Punkte vom höchsten Stand in seiner 25-jährigen Geschichte entfernt. Das hat vor allem einen Grund: In Washington erklären sich führende Vertreter der Republikaner bereit, die Schuldenobergrenze anzuheben - zumindest kurzfristig.
Der deutsche Aktienmarkt hat am letzten Handelstag der Woche ein kleines Plus verzeichnet. Viele Investoren hielten sich mit Engagements allerdings zurück. Der Dax gewann 0,4 Prozent auf 8724 Punkte und näherte sich seinem Rekordstand von 8770 Punkten. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex bereits um rund 2 Prozent zugelegt und damit seine Verluste der vergangenen drei Handelstage wieder mehr als wettgemacht. Der MDax stieg 0,4 Prozent auf 15.235 Zähler, der TecDax 0,2 Prozent auf 1088 Punkte.
In den USA deutet vieles darauf hin, dass die Schuldenobergrenze erst einmal für sechs Wochen angehoben wird. Damit gewinnen Demokraten und Republikaner Zeit für weiter führende Kompromisse. "Die europäischen Aktien stehen weiter auf der Sonnenseite der Börsenlandschaft", sagte ein Händler.
"Das Schlagwort heißt Annäherung", meinte ein anderer Händler. "Zwar gibt es noch keinen Durchbruch, aber die Nachrichten lassen hoffen." Die Tatsache, dass alle Beteiligten um eine Lösung bemüht zu sein scheinen, reiche den Märkten aktuell aus, kommentierte Marktstratege Chris Weston von IG. Am Donnerstag hatten die von Präsident Barack Obama geführten Demokraten und die Republikaner in einem Gespräch keinen Kompromiss gefunden. Beide Seiten äußerten sich danach dennoch vorsichtig optimistisch. "Kleine Hinweise, wonach es Fortschritte in den Verhandlungen gibt, heben die Stimmung an den Märkten etwas", sagte Händlerin Anita Paluch von Gekko Markets. "Aber die Zuschläge halten sich in Grenzen, da nicht klar ist, ob lediglich ein kurzfristiger Kompromiss zur Vermeidung einer Katastrophe erzielt wird oder eine langfristige Vereinbarung."
Gedrückt wurde der Leitindex durch ein Minus von 3,5 Prozent bei Eon. Einige Händler führten das auf einen Bericht im "Handelsblatt" zurück. Demzufolge verlangt Gazprom nachträglich mehr Geld für eine Beteiligung, die der russische Konzern vor Jahren den beiden deutschen Partnern Eon und BASF am westsibirischen Gasfeld Juschnorusskoje eingeräumt hatte. Die Reserven in dem Feld seien höher als ursprünglich angenommen, hieß es zur Begründung. Ein Eon-Sprecher sagte, man verhandle derzeit mit Gazprom. Andere Händler betonten, die Versorger seien in den vergangenen Tagen gut gelaufen. Nun sei der Zeitpunkt gekommen, Gewinne mitzunehmen. RWE gaben 2,1 Prozent ab. BASF gewannen 0,1 Prozent.
SAP legten 0,8 Prozent zu. Das könnte am positiven Ausblick des indischen Software-Konzerns Infosys liegen, heißt es im Handel. Infosys hat die Umsatzerwartung für das noch bis März 2014 laufende Geschäftsjahr auf 9 bis 10 Prozent angehoben.