Vorgaben machen Laune, was macht EADS?Dax startet Jahresendrally

Es sollte schon mit dem Teufel zugehen, wenn Dax und Co. zum Handelsauftakt negative Vorzeichen aufweisen. Zu gut sind die Vorgaben aus Übersee. Zudem scheint das Thema "Tapering" für dieses Jahr aus den Anlegerköpfen gestrichen worden zu sein.
Die Anleger am deutschen Aktienmarkt können sich zum Auftakt in die neue Handelswoche auf steigende Kurse freuen. "Das Drohwort 'Tapering' scheint seinen Schrecken erst einmal verloren zu haben", sagt ein Händler mit Blick auf die freundlichen Vorgaben aus dem späten US-Handel am Freitag und die deutlich gestiegenen Fernost-Börsen. Mit Tapering wird im Englischen die Reduzierung der Wertpapierkäufe der US-Notenbank bezeichnet. Die Stärke der US-Konjunktur und damit einhergehende steigende Unternehmensgewinne könnten die superlockere Geldpolitik der Federal Reserve als Kurstreiber ablösen.
"Der Markt scheint die bequeme Haltung einzunehmen, dass Tapering nicht gleich Zinserhöhung ist", sagt Stan Shamu vom Broker IG. Und da höhere Zinsen noch weit entfernt seien, gebe es derzeit auch keinen Grund zur Sorge. Das sei vermutlich auch der Grund, warum der US-Dollar nicht aufwerte. Shamu berechnet den Dax zur Eröffnung 52 Punkte höher bei 9224 Stellen.
Investoren blicken auf die Aktienquote
Positiv aus Risikosicht ist dem Händler zufolge auch, dass das griechische Parlament den Sparhaushalt für das kommende Jahr gebilligt hat. Aus konjunktureller Perspektive wirkten ferner die zuletzt um 12,7 Prozent gestiegenen chinesischen Exporte als Rückenwind für die Börsen.
"Investoren wollen zum näher rückenden Jahresende keine zu niedrige Aktienquote aufweisen, das sollte die Kurse stützen", sagt der Händler. Auch vom großen Verfall an der Options- und Terminbörse Eurex am Freitag kommender Woche sollte Unterstützung für die Aktien ausgehen.
Post charttechnisch angeschlagen
Für Zurückhaltung bei der Deutschen Post sorgen Berichte, wonach die geplante Porto-Erhöhung zum Verlust von Großkunden führen könnte. "Die Aktie ist charttechnisch in einer brisanten Lage, weil sie nach Fehlausbruch nach oben aussieht", sagt ein Händler "Da kann man sich keine schlechten Nachrichten leisten". Der Blick auf das Risiko von Umsatzverlusten sei eine "interessante Uminterpretation" der Nachrichtenlage, so ein anderer Händler. "Bisher haben wir Mindestlohn und Portoerhöhung nur positiv interpretiert, hier scheint sich ein Stimmungswechsel gegenüber der Aktie anzubahnen."
Details zu EADS-Sparplan
EADS stehen zu Wochenbeginn im Fokus des Handels. Hier werden nach einem Treffen mit dem Betriebsrat Aussagen zum Sparprogramm erwartet. "Das ist wichtig, weil die Details am Mittwoch auf der Investorenkonferenz in London vorgelegt werden sollen", sagt ein Händler. EADS will vor allem im Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft sparen.
Andere Stimmen halten die Sparaussagen aber für weniger kursrelevant: "Die Einsparsummen sind bekannt, hier geht es nur um die konkreten Standorte, die von Entlassungen betroffen sein werden".