Marktberichte

Tesla macht Sprung nach oben Dow-Jones tritt auf der Stelle

7bef654a6a6d1e72fa85659d3165997b.jpg

(Foto: imago images / UPI Photo)

Positive Bilanzzahlen und Hoffnungen auf eine Eindämmung des Coronavirus sorgen an der Wall Street für gute Laune. Während Autobauer Tesla auf ein neues Allzeithoch klettert, muss Boeing Kritik von US-Präsident Trump einstecken.

Die Wall Street hat die Verluste vom Vortag wettgemacht. Die Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus, die am Vortag die US-Börsen belastet hatte, ließ nach. Anleger konzentrierten sich wieder mehr auf die Bilanzsaison, die einige positive Überraschungen bereithielt. Diese erfreulichen Nachrichten verhalfen S&P-500 und Nasdaq-Composite gleich nach der Startglocke auf neue Rekordhochs.

S&P 500
S&P 500 3.338,75

Der Dow-Jones-Index wurde indessen erneut vom Schwergewicht Boeing gebremst. Nachdem die Aktie am Dienstag unter der Nachricht gelitten hatte, dass die derzeit mit einem Flugverbot belegten Maschinen des Typs 737 MAX wohl noch bis zum Sommer am Boden bleiben müssen, belasteten kritische Äußerungen von US-Präsident Donald Trump den Kurs. Dieser zeigte sich in einem Interview mit CNBC "enttäuscht" von Boeing. Die Boeing-Aktie fiel um 1,4 Prozent.

Der Dow-Jones-Index schloss kaum verändert bei 29.186 Punkten. Der S&P-500 ging ebenfalls kaum verändert aus dem Handel, während der Nasdaq-Composite um 0,1 Prozent vorrückte. Etwas Unterstützung erhielt die Börse von soliden Daten zum US-Immobilienmarkt. Die Verkäufe bestehender Häuser waren im Dezember etwas stärker gestiegen als erwartet. Darüber hinaus stand die Fahrt aufnehmende Berichtssaison im Fokus: Unter anderem hatten IBM und Netflix Geschäftszahlen vorgelegt.

Netflix enttäuscht Anleger

Netflix
Netflix 348,85

Die Tesla-Aktie zog um 4,1 Prozent an auf ein Rekordhoch. An der Börse ist der Hersteller von Elektroautos nun mehr als 100 Milliarden Dollar wert und verdrängte damit VW vom zweiten Platz der wertvollsten Automobilkonzerne. Den ersten Platz gemessen an der Marktkapitalisierung nimmt nach wie vor der japanische Hersteller Toyota ein.

Der IT-Riese IBM erzielte in der vierten Periode dank des milliardenschweren Zukaufs von Red Hat nach fünf rückläufigen Quartalen in Folge wieder ein kleines Wachstum. Umsatz und Gewinn fielen zudem besser als gedacht aus, der Kurs legte um 3,4 Prozent zu. Intel gewannen 3,6 Prozent. Hier blickten die Anleger offenbar optimistisch den Zahlen entgegen, die der Chiphersteller am Donnerstag nach Börsenschluss vorlegen wird.

Netflix fielen um 3,6 Prozent. Das Nutzerwachstum in den USA blieb im vierten Quartal bereits das dritte Quartal in Folge hinter den Erwartungen zurück. Einen Abschlag von 2,9 Prozent verzeichneten United Airlines. Die US-Fluglinie verdiente im vierten Quartal dank höherer Einnahmen und niedrigerer Treibstoffkosten mehr als erwartet. Allerdings trübten die jüngsten Nachrichten zum Coronavirus das Sentiment für Fluggesellschaften.

Preise für Erdöl rutschen ab

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 53,40

Am Devisenmarkt wertete der kanadische Dollar zu seinem US-Pendant kräftig ab. Die kanadische Zentralbank hatte ihren geldpolitischen Kurs zwar bestätigt, aber einen als "taubenhaft" interpretierten Begleitkommentar veröffentlicht. Im späten US-Handel kostete ein US-Dollar rund 1,3140 Kanada-Dollar, im Tagestief waren es etwa 1,3030 gewesen.

Der Goldpreis trat mehr oder weniger auf der Stelle, die Feinunze notierte wenig verändert bei 1.559 Dollar. Da China einer der wichtigsten Absatzmärkte für physisches Gold sei, müsse mit Nachfrageeinbußen gerechnet werden, sollte sich das Virus weiter ausbreiten, hieß es. Diese Sorge hatte das Edelmetall bereits am Vortag belastet. Mit der zurückgehenden Risikoaversion entfalle ein weiterer Grund, Gold zu kaufen, hieß es weiter.

Auch mit den Erdölpreisen ging es weiter bergab: US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 2,8 Prozent auf 56,74 Dollar je Barrel, europäisches Referenzöl der Sorte Brent ermäßigt sich um 2,1 Prozent auf 63,21 Dollar. Die Internationale Energie-Agentur sieht eine weiter steigende US-Schieferölproduktion, die den Einfluss ausländischer Anbieter wie den des Erdölkartells Opec reduzieren dürfte.

Quelle: ntv.de, jpe/DJ