Marktberichte

Daten sorgen für Bewegung Euro richtet sich unterhalb von 1,38 ein

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Der Euro setzt zunächst einen Schritt zurück.

(Foto: REUTERS)

Am Devisenmarkt steht und fällt alles mit einer raschen Erholung der US-Wirtschaft . Danach richtet sich die Geldpolitik der Fed. Zunächst aber bringen Konjunkturdaten das Währungspaar zum Schwingen.

Der Euro ist nach der Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten erheblich unter Druck geraten. Sowohl im Dienstleistungsbereich als ie auch in der Industrie sanken die deutschen Einkaufsmanagerindizes stärker als erwartet. Daraufhin fiel die europäische Gemeinschaftswährung deutlich zurück und musste auch die 1,38er Marke aufgeben. Aktuell kostet sie 1,3780 Dollar. Derweil geben Spekulationen auf Maßnahmen zur Ankurbelung der chinesischen Wirtschaft dem Yuan Auftrieb.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,19

Zuvor hatte der Anstieg der französischen Einkaufsmanagerindizes (PMI) im März auf Werte über 50 - die eine Expansion andeuten - den über 1,3820 Dollar getrieben. Sowohl für den Index des Servicesektors als auch für das Verarbeitende Gewerbe hatten die Prognosen deutlich unter der Expansionsschwelle gelegen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte am Nachmittag den Referenzkurse bei 1,3774 US-Dollar für den Euro fest. Ein Euro entspricht außerdem 141,05 Yen, 0,83540 Pfund Sterling und 1,2197 Schweizer Franken.

Die Credit Agricole rechnet indes nicht mit einer nachhaltigen Talfahrt des Euro, auch wenn er zuletzt unter den Zinserhöhungsandeutungen für die USA und der allgemeinen Risikostimmung gelitten habe. Für eine deutliche Schwäche müsse die Risikoscheu schon stark steigen, betonen die Experten. Stützend für den Euro seien dagegen die Kapitalströme in Risikopapiere zu werten, während auf der anderen Seite die "taubenhaften" Aussagen der EZB noch deutlich zunehmen müssten, um den Euro zu drücken. Vor diesem Hintergrund könnten Euro-Kurse von 1,40 Dollar und höher nicht ausgeschlossen werden.

Nordea erwartet Rubel-Erholung

US-Dollar / Rubel
US-Dollar / Rubel 75,45

Beim russischen Rubel glaubt die Nordea, dass die Sanktionen gegen Russland in der Landeswährung weitgehend eingepreist seien. Die Bank glaubt daher, dass sich der Rubel in den kommenden Woche besonders zum US-Dollar von der Abwertung der zurückliegenden Wochen erholen wird.

Für einen Dollar dürften Ende der Woche weniger als 36 und für einen Euro weniger als 50 Rubel zu zahlen sein, prognostiziert Nordea. Die russische Währung dürfte dabei auch von monatlichen Steuerzahlungen profitieren, die in dieser Woche fällig sind. Exportunternehmen tauschten ausländische Währungen in Rubel, um ihre heimischen Steuerschulden zu begleichen. Am frühen Montagnachmittag kostet der Dollar 36,074 Rubel und der Euro 49,687 Rubel.

Größter Tagesgewinn des Yuan

US-Dollar / Yuan
US-Dollar / Yuan 6,59

In China verbilligte sich der Dollar auf 6,1888 Yuan. Das ist der größte Tagesgewinn der chinesischen Währung seit Oktober 2011. "Die schwächer als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanager-Indizes  verschlechtern die Aussichten weiter", sagte JPMorgan-Analyst Zhu Haibin. "Wir rechnen mit Maßnahmen Pekings zur Stabilisierung des Wachstums."

Die chinesische Währung ist nicht frei handelbar, sondern darf einen von der People's Bank of China (PBoC) täglich festgesetzten Wert nur in einer bestimmten Spanne über- oder unterschreiten. In den vergangenen Wochen hatte der Yuan knapp drei Prozent an Wert und damit fast sein gesamtes Kursplus von 2013 eingebüßt. Als treibende Kraft dahinter sehen Analysten die PBoC. Die Notenbanker wollten der Markteinschätzung entgegenwirken, dass der Kurs des Yuan steigen könne. Damit sollten spekulativ orientierte Anleger aus dem Markt gedrängt werden.

IWF unterstützt Schweiz im Franken-Kurs

Euro / Franken
Euro / Franken 1,08

In der Schweiz erhält derweil die Notenbank Unterstützung des Internationalen Währungsfonds (IWF) im im Kampf gegen einen zu starken Franken. Der IWF empfiehlt der Notenbank, den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro beizubehalten, wie das Finanzministerium mitteilte. Die geldpolitische Lage habe sich gemäß Einschätzung des Fonds zwar entspannt. Dennoch könnte ein erneuter Anstieg des Schweizer Franken schnell zu einem Deflationsdruck führen. Im einem solchen Fall könnte die SNB dem IWF zufolge einen negativen Einlagezins auf das Geld verhängen, dass die Geschäftsbanken bei ihr parken. Ein solcher Strafzins soll die Institute anregen, mehr Kredite zu vergeben und damit mehr Geld in die Wirtschaft zu lenken.

Zudem riet der IWF der SNB zu weiteren Anstrengungen, um die Eigenmittel der Notenbank zu stärken. Er empfiehlt auch weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Schweizer Bankenbranche. Der Verschuldungsgrad der großen Geldhäuser solle weiter verringert werden. Zudem regte der Fonds an, die Zusammenarbeit mit ausländischen Behörden weiterzuführen, um die grenzüberscheitende Abwicklung von Großbanken sicher zu stellen, ohne auf Steuergelder zurückgreifen zu müssen. Trotz eines Bilanzabbaus sind die UBS und die Credit Suisse gemessen an der Schweizer Wirtschaftskraft immer noch überdurchschnittlich groß.

Mit Blick auf den Austral-Dollar geben die Experten der Barclays Bank angesichts des bei 1,0238 Kanada-Dollar markierten Zehnmonatshochs als nächste Zielmarken 1,03 und danach 1,04 Kanada-Dollar aus. Auch zum US-Dollar legt der Aussie zu auf zuletzt 0,9110. Das nächste Ziel hier sei die 200-Tage-Durchschnittslinie bei etwa 0,9140 US-Dollar, hieß es. Sollte die australische Währung auf Tagesbasis darüber schließen, ergebe sich Potenzial bis 0,9210 und dann 0,9350.

Quelle: ntv.de, ddi/jwu/dpa/rts