Marktberichte

Katalanischer Hilfeschrei Euro sackt ab

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(Foto: REUTERS)

Nach einer kurzen Phase der Stabilisierung geht es mit dem Euro wieder bergab. Er unterschreitet kurzzeitig die Marke von 1,25 Dollar. Grund ist der Ruf der spanischen Region Katalonien an die Regierung in Madrid um Hilfe bei der Schuldenfinanzierung. Zudem bleibt das Thema Griechenland bestimmend am Markt.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,18

Ein Hilfegesuch der Region Katalonien an die spanische Regierung hat am Freitag die Zweifel der Investoren an der Finanzkraft des Landes verstärkt. In Reaktion fiel der Euro bis auf 1,2495 Dollar - so tief hat er seit dem Sommer 2010 nicht mehr notiert.

Spanische Zehnjährige rutschten ab und lagen 86 Ticks im Minus bei 96,77 Zählern, sie rentierten mit 6,3 (spätes Vortagesgeschäft: 6,18) Prozent. Italienische Anleihen gerieten im Schlepptau ebenfalls unter Druck, deren Rendite stieg auf 5,79 (5,72) Prozent.

Der Präsident von Katalonien hat sich mit der Bitte um Hilfe an die spanische Regierung gewandt - ihm gingen die Möglichkeiten zur Schuldenfinanzierung aus. "Das hat den Rutsch ausgelöst, und deshalb geraten auch die Peripheriestaaten jetzt unter Druck", sagte ein Händler.

Was passiert mit Griechenland?

Beherrschendes Thema am Markt blieb die Frage, ob Griechenland aus dem Euro austreten wird und wenn ja, welche Konsequenzen eine solche Entscheidung nach sich ziehen würde. Bundesbank-Chef Jens Weidmann wies die französische Forderung nach einem größeren Engagement der Europäischen Zentralbank zur Lösung der Schuldenkrise zurück. "Wir sind bereits an die Grenzen unseres Mandats gestoßen", sagte Weidmann in einem Interview der französischen Zeitung "Le Monde". Auch Euro-Bonds erteilte er erneut eine Absage.

Der belgische Vize-Regierungschef Didier Reynders drängte unterdessen die Notenbanken und Unternehmen Europas, sich auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vorzubereiten. Finanzminister Wolfgang Schäuble wiederum sagte, den Griechen bleibe noch mehr Zeit bis zu einer Pleite als bislang angenommen.

"Das Bild ist für alle Marktteilnehmer hinreichend undurchsichtig", sagte Chefvolkswirt Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus. "Im Grunde genommen beherrscht den ganzen Markt ein Schlagaustausch zwischen denen, die einen Austritt der Griechen aus dem Euro befürworten, und denen, die dagegenhalten. Es ist die grundsätzliche Unsicherheit darüber, wie es weitergeht, und die werden wir auch nicht so schnell los."

Quelle: ntv.de, wne/rts

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