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VerschnaufpauseEuro unter 1,40 Dollar

11.10.2010, 14:10 Uhr

Der Euro legt zum Wochenstart kurzzeitig den Rückwärtsgang ein. Händler sehen darin jedoch kein Ende des Kletterkurses, sondern lediglich eine technische Gegenbewegung. Angesichts fehlender Konjunkturimpulse rechnen Devisenhändler mit einem ruhigen Handelsverlauf.

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Euro schwächt sich im Verlauf des Montagvormittag etwas zu Dollar und Yen ab. Devisenhändler begründen die Wechselkursverluste der Gemeinschaftswährung in erster Linie technisch. Die durch die Indikatoren zum Ausdruck kommende überkaufte Marktlage werde kurzfristig abgebaut. Zur japanischen Landeswährung gibt der Greenback hingegen weiter leicht nach, hält sich aber über seinem im asiatisch dominierten Devisenhandel markierten neuen 15-Jahres-Tief von 81,55 Yen.

Nachdem sich die Finanzminister und Notenbankchefs während der Herbsttagung von IWF und Weltbank nicht auf Maßnahmen zur Bekämpfung der Wechselkursverwerfungen an den Währungsmärkten geeinigt haben, steht weiter die Spekulation auf eine neuerliche Ausweitung der Geldmenge durch die US-Notenbank im Fokus der Devisenmarktakteure. Zusätzlichen Treibstoff für diese Erwartung hat am Freitag der enttäuschende US-Arbeitsmarktbericht für September geliefert. Weitet die Federal Reserve die Geldmenge abermals aus, schaffen die Währungshüter um Chairman Ben Bernanke damit einerseits neues Potenzial für eine Inflation der Verbraucherpreise.

Andererseits brächte die US-Notenbank damit ihren Konjunkturpessimismus zum Ausdruck. Die Wahrscheinlichkeit eines sich ausweitenden Zinsunterschieds zum Euroraum werde damit größer, was den Dollar für Anleger zusätzlich unattraktiver mache.

Die Agenda der Konjunkturdaten ist am Montag dünn bestückt, daher richten sich die Blicke bereits auf die Veröffentlichung des Protokolls der Sitzung der Federal Reserve vom 21. September am Dienstag. Hier könnten sich schon Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank finden lassen.

Um das zum Greenback drohende Doppel-Top um 1,40 US-Dollar abzuwehren, gilt es für den Euro aus charttechnischer Sicht, die jüngsten Verlaufshochs um 1,4012/1,4030 US-Dollar zu übersteigen. Unterstützungen finden sich um 1,3850 US-Dollar und 1,3800 US-Dollar sowie um 1,3667 US-Dollar und 1,3638 US-Dollar.

Quelle: DJ