Marktberichte

Lage in Thailand zieht Baht runter Euro verharrt in Warteposition

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Die Pazifikregion kommt nicht zur Ruhe. In Bangkok fallen die Aktienkurse, auch der thailändische Baht schwächelt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Hängepartie bis zum Juni? Vor der kommenden EZB-Sitzung scheint sich beim Euro nicht mehr viel zu tun. Die Gemeinschaftswährung pendelt in ihrem Korridor. Turbulenzen gibt es an Thailands Märkten.

Am Devisenmarkt dominiert Vorsicht und Zurückhaltung mit Blick auf die Sitzung der EZB im Juni. Dabei wird mit weiteren geldpolitischen Lockerungen gerechnet. Tempo und Ausmaß der Schritte dürften entscheidend sein für die künftige Bewertung des Euro zu anderen Währungen.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar ,00

Aktuell kommt die Gemeinschaftswährung von ihrem Schwächeanfall am Vormittag wieder zurück und kostet 1,3701 Dollar. Seit Ende vergangener Woche bewegt sich der Euro in einer engen Spanne zwischen 1,3685 und 1,3735 Dollar.

Die Europäische Zentralbank (EZB) legte am Nachmittag einen Referenzkurs von 1,3702 US-Dollar fest. Ein Euro entspricht außerdem 138,88 Yen, 0,81400 Pfund Sterling und 1,2223 Schweizer Franken.

Längere Intervalle für Zinsentscheidungen?

Nach Reuters-Informationen bereitet die EZB eine Zinssenkung sowie weitere Maßnahmen vor, darunter die Senkung des Einlagensatzes von derzeit null Prozent. Auf diese Weise würde Banken, die überschüssiges Geld bei der Zentralbank parken, de facto ein Strafzins auferlegt. Die Institute sollen so dazu gebracht werden, wieder mehr Kredite zu vergeben. Der Leitzins liegt bereits jetzt mit 0,25 Prozent so niedrig wie nie zuvor.

Darüber hinaus könnte die EZB schon bald seltener über den Leitzins für die Euro-Länder entscheiden. So prüfe der Rat, ob der vierwöchige Turnus der Zinsentscheidungen auf sechs Woche ausgedehnt werde, sagten mehrere Insider zu Reuters.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte eine Abkehr von der bisherigen Praxis Ende April ins Gespräch gebrach. Beobachter sehen in der von Draghi angestoßenen Debatte einen Hinweis auf die zu bearbeitende Themenfülle der EZB. Zudem erhoffe sich die Zentralbank so weniger Spekulationen an den Finanzmärkten und in den Medien.

Baht unter Druck

Derweil belastet die Verhängung des Ausnahmezustands in Thailand die dortige Landeswährung. Der Dollar stieg in der Spitze um 0,5 Prozent auf 32,62 Baht. Einen Teil der Verluste machte die Währung jedoch wieder wett, als Spekulationen auf eine mögliche Intervention der Zentralbank die Runde machten. Die Börse in Bangkok fiel zeitweise um 1,6 Prozent.

Die thailändische Armee hat nach monatelangen Protesten das Kriegsrecht verhängt. In dem Land tobt seit einem halben Jahr ein Machtkampf zwischen Anhängern und Gegnern der Regierung. Am 7. Mai hatte das Verfassungsgericht Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra und mehrere ihrer Minister wegen Machtmissbrauchs des Amtes enthoben. Seither hat sich die Lage in Thailand verschärft.

Noch gehen Analysten aber nicht davon aus, dass dem Land massive Kapitalabflüsse drohen. Die politischen Probleme seien bereits eingepreist, sagte Saktiandi Supaat von der Maybank in Singapur. Trotz der seit Monaten anhaltenden Krise hat der Baht in diesem Jahr zum Dollar mehr als ein Prozent zugelegt.

Südkoreanischer Won fällt

Der Höhenflug des koreanischen Won ist derweil vorerst zu Ende. Börsianer sprachen von einer staatlichen Intervention. Der Dollar kletterte am Morgen binnen fünf Minuten auf über 1027 Won. Zuvor hatte der Kurs bei 1021 Won und damit nur etwa einen Won über dem Sechs-Jahres-Tief vom Monatsbeginn gestanden.

Die koreanische Währung profitiert vom Zufluss ausländischen Kapitals. Dies gibt auch der Aktienbörse Seoul Auftrieb. Der dortige Leitindex notierte am Dienstag mit 2011 Punkten nur etwa vier Zähler unter seinem Sechs-Monats-Hoch vom Vortag.

Quelle: n-tv.de, ddi/rts/DJ

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