Marktberichte

Preissturz bei Eisenerz Gold wieder gefragt

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Am Ölmarkt fehlt es derzeit an bewegenden Impulsen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Finanzmarktteilnehmer fürchten, die Lage in der Ukraine könnte eskalieren. Konsequenterweise suchen sie wieder in die sicheren Anlagehäfen. Die Flucht treten sie dagegen bei Eisen und Stahl an: Im Sog mauer Wirtschaftsdaten aus Asien rauscht Eisenerz in die Tiefe. Der Kupferpreis erholt sich.

Die Furcht vor einem Konjunkturrücksetzer und einer Eskalation der Ukraine-Krise lässt Anleger wieder mal den sicheren Hafen Gold ansteuern. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1348 Dollar je Feinunze. Händler gehen davon aus, dass der Preis für das Edelmetall kurzfristig zwischen 1330 und 1350 Dollar je Feinunze schwanken dürfte.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 52,13

Zuletzt hatten enttäuschende Exportdaten aus China Zweifel am Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt geschürt. Unklar ist zudem, wie es um die Zukunft der Krim-Halbinsel bestellt ist. Das russische Militär hat Anfang der Woche seine Kontrolle über die ukrainische Halbinsel ausgeweitet. Diesen Sonntag soll eine Volksabstimmung über einen Beitritt der Krim zu Russland stattfinden. Der Westen wertet das Referendum als Verstoß gegen die ukrainische Verfassung und das Völkerrecht.

Auch die Ölpreise sind gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete 108,40 US-Dollar. Das waren 50 mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Ölsorte WTI stieg um 22 Cent auf 100,67 Dollar. Am Vortag hatten die Preise nach schwachen Konjunkturdaten aus Asien deutlich nachgegeben.

Turbulenzen bei Eisenerz

Im Sog des Eisenerz-Preissturzes in Singapur rutschten die Preise für Eisen und Stahl weiter in den Keller. Der chinesische Eisen-Future büßte zeitweise 3,7 Prozent ein und war mit 707 Yuan (115 Dollar) so billig wie noch nie. Der Stahl-Terminkontrakt an der Börse Shanghai fiel um bis zu 2,3 Prozent auf 3171 Yuan (517 Dollar) je Tonne und lag damit nur noch etwa 50 Yuan über seinem Rekordtief.

Am Vortag hatten schwache Wirtschaftsdaten Spekulationen auf eine Abkühlung der chinesischen Konjunktur und eine rückläufige Stahl-Nachfrage angefacht. An der Börse Singapur brach daraufhin der Preis für eine Tonne Eisenerz zur Lieferung nach China um 8,3 Prozent auf 104,70 Dollar ein. Das ist der größte Tagesverlust seit August 2009.

Kupfer erholt sich - Kautschuk wird gesucht

Dagegen schwenkte der Kupferpreis auf Erholungskurs. Das Industriemetall verteuerte sich in der Spitze um ein Prozent auf 6716,50 Dollar je Tonne, nachdem der Preis zu Wochenanfang auf den niedrigsten Stand seit mehr als acht Monaten gefallen war. Zuletzt notierte er noch 0,1 Prozent höher.

Für den Ausverkauf hatten enttäuschende Exportdaten aus China gesorgt - die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt gehört zu den größten Kupferverbrauchern. Händlern zufolge blicken Investoren nun mit Spannung auf die chinesischen Daten zur Industrieproduktion, die am Donnerstag anstehen. Sollten auch diese Daten eher schwach ausfallen, dürfte der Kupferpreis erneut in den Keller gehen.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ