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Auftakt nach MaßKurssprung an der Wall Street

29.08.2011, 22:50 Uhr
nyse
(Foto: REUTERS)

So ein Start kann sich sehen lassen: Die US-Börsen beginnen die neue Handelswoche mit deutlichen Gewinnen. Ein überraschend kräftiger Anstieg der US-Konsumausgaben und die Ankündigung einer Großfusion zweier griechischer Banken sorgen für Jubelstimmung unter den Anlegern.

Ermutigende Nachrichten zur Schuldenkrise in Europa und von der US-Wirtschaft haben der Wall Street zum Wochenstart Auftrieb verliehen. Die Fusion zweier griechischer Großbanken nährte am Markt die Hoffung, dass die Europäer im Kampf gegen ihre finanziellen Probleme vorankommen.

Ein überraschend kräftiger Anstieg der US-Konsumausgaben konnte zudem die Sorgen um die Konjunktur in der größten Volkswirtschaft mildern. Für Erleichterung sorgte daneben, dass der Hurrikan "Irene" New York weniger schwer getroffen hatte als befürchtet. Allerdings war das Handelsaufkommen gering. Denn viele Händler blieben zu Hause, weil der wegen "Irene" stillgelegte Nahverkehr in der Millionen-Metropole nur langsam wieder in Gang kam.

Der Dow Jones Industrial gewann 2,3 Prozent auf 11539 Punkte. Um seine Verluste seit Ende Juli auszugleichen, müsste der Index allerdings noch knapp 1200 Zähler drauflegen. Für den breiter gefassten S&P 500 ging es um 2,8 Prozent auf 1210 Punkte nach oben. An der Technologiebörse Nasdaq legte der Auswahlindex Nasdaq 100 um 2,9 Prozent auf 2224 Punkte zu. Der Composite-Index kletterte um 3,3 Prozent auf 2562 Punkte nach oben. In Frankfurt schloss der deutsche Leitindex Dax 2,4 Prozent fester bei 5670 Punkten.

"Geld arbeitet wieder"

Nach den Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen wuchs die Zuversicht unter den Anlegern wieder etwas. Die Nachrichten aus Europa vor allem aus Griechenland sowie der glimpfliche Verlauf des Sturms hätten dem Markt geholfen, sagte Keith Wirtz, Chief Investment Officer von Fifth Third Asset Management. "Wir habenangefangen, unser Geld wieder arbeiten zu lassen."

Banken ziehen an

Zu den größten Gewinnern gehörten die Finanzwerte. Sie profitierten von der Ankündigung der griechischen Großbanken Alpha und Eurobank, zum größten Finanzinstitut in Südosteuropa zu fusionieren. Anleger hofften auf weitere Zusammenschlüsse der von Schuldenkrise und Rezession gebeutelten griechischen Geldhäuser.

Der S&P-Finanzwerte-Index legte drei Prozent zu. Die Aktien der Großbank JP Morgan Chase verteuerten sich um 3,9 Prozent. Die Titel der Citigroup zogen um 4,9 Prozent an. Die Papiere der Bank of America gewannen mehr als 8 Prozent. Das zuletzt stark unter Druck geratene Institut verkauft gut die Hälfte seiner Zehn-Prozent-Beteiligung an der chinesischen CCB-Bank für rund 8,3 Mrd. Dollar.

Versicherer gefragt

Kräftig zulegen konnten auch die Versicherer, nachdem New York und die gesamte Ostküste "Irene" am Wochenende relativ unbeschadet überstanden hatten. Ersten Schätzungen des Risikomodellierers Eqecat zufolge wird es in den US-Bundesstaaten North und South Carolina durch "Irene" versicherte Schäden von 200 Mio. bis 400 Mio. Dollar geben.

Zusammen mit den Schäden des Wirbelsturms in der Karibik kommt Eqecat damit auf 500 Millionen bis eine Milliarde Dollar - weit weniger als befürchtet. Die Aktien der Versicherer Travelers und Allstate stiegen um 5,1 beziehungsweise 8,5 Prozent.

Defensiv ist out

Pfizer legten um 3,8 Prozent zu. Der Pharmakonzern hat die US-Zulassung für sein Lungenkrebsmedikament Xalkori (Crizotinib) erhalten. Der Verkaufspreis liege mit 9600 Dollar monatlich leicht über den Schätzungen, hieß es in einer Analyse von UBS.

Am unteren Dow-Ende fanden sich überwiegend als defensiv eingestufte Papiere ein. So lagen Home Depot als Schlusslicht und einziger Verlierer 0,03 Prozent tiefer. Davor gewannen Wal-Mart deutlich unterdurchschnittliche 0,1 Prozent.

Der Kurs des Euro hielt sich über 1,45 Dollar und und notierte zuletzt bei 1,4509 Dollar. Richtungweisende zehnjährige Anleihen fielen um 21/32 Punkte auf 98 22/32 Punkte und rentierten mit 2,268 Prozent.

# dpa-Notizblock

Gute Nachrichten gab es daneben von der Konjunkturseite. Die US-Konsumausgaben stiegen im Juli um 0,8 Prozent. Von Experten erwartet worden war lediglich ein Plus von 0,5 Prozent. Zuletzt hatten enttäuschende Konjunkturdaten die Furcht geschürt, dass die stark vom Konsum abhängige US-Wirtschaft in die Rezession zurückfallen könnte.

Quelle: bad/dpa/rts