Händler stapfen zur ArbeitNew York im Plus erwartet
Nach dem schweren Schneesturm und den geldpolitischen Impulsen aus China stellen sich die Beobachter auf einen freundlicheren Tag an den US-Börsen ein. Zum Auftakt im Rampenlicht: AIG, General Motors und die großen Einzelhändelsketten.
Die US-Aktienmärkte dürften am Dienstag gut behauptet eröffnen. Die Futures auf den S&P-500-Index und den Nasdaq-100 stiegen um jeweils 0,1 Prozent. Da viele Marktteilnehmer in Urlaub sind und in Großbritannien Feiertag ist, werden dünne Volumina erwartet.
An Konjunkturdaten stehen um 15.00 Uhr MEZ die Case-Shiller-Hauspreisindizes für Oktober zur Veröffentlichung an. Ökonomen erwarten bei dem Indikator für 20 Städte einen Rückgang um 0,6 Prozent zum Vorjahresmonat. Um 16.00 Uhr folgt der Index des Verbrauchervertrauens des Forschungsinstituts Conference Board, bei dem mit einem Anstieg auf 57,0 gerechnet wird.
Unter den Einzelwerten legten die Aktien von AIG vorbörslich um 2,1 Prozent auf 60,60 Dollar zu. Der Versicherer dürfte 2,2 bis 3,0 Mrd, Dollar für seine taiwanesische Lebensversicherungstochter erhalten und damit mehr als die 2,15 Mrd. Dollar, die beim gescheiterten ersten Verkaufsversuch geboten wurden. Ein Mitglied des Finanzkomitees der taiwanesischen Legislative sagte, dass Chinatrust Financial Holdings seinen Kontakten im US-Finanzministerium zufolge 3 Mrd. Dollar für die AIG-Tochter bietet und damit das höchste von vier Geboten abgegeben hat.
General Motors legten vorbörslich um 1,7 Prozent auf 35,19 Dollar zu. Mehrere große Banken haben die Einstufung der Aktie mit positiver Aussage gestartet: JP Morgan, Morgan Stanley und Barclays mit "Overweight", Citigroup und Bank of America-Merrill Lynch mit "Buy" und Credit Suisse mit "Outperform".
Am Montag hatten die US-Börsen nach dem langen Weihnachtswochenende bei sehr dünnem Umsatz uneinheitlich geschlossen. Die Leitzinserhöhung der chinesischen Notenbank vom Wochenende habe etwas den Markt belastet, wie Händler sagten. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte hatte 0,2 Prozent oder 18 Punkte auf 11.555 Zähler verloren. Der S&P-500 war minimal um einen Punkt auf 1258 Zähler gestiegen. An der Nasdaq hatte der Composite-Index 2 Punkte auf 2.667 Zähler hinzugewonnen. Das Umsatzvolumen war mit 0,47 (Donnerstag: 0,62) Mrd. Aktien abermals sehr dünn. Kursgewinne verzeichneten 1.636 Titel, während 1.306 Verlierer gezählt wurden und 130 Werte unverändert schlossen.
Neben der chinesischen Zinserhöhung sind die Schneestürme im Nordosten der USA ein zentrales Thema am Markt. Zunächst hatten die US-Börsenbetreiber deswegen eine spätere Aufnahme des Handels erwogen, doch starteten die Märkte dann zur gewohnten Zeit.
Im Vormittagshandel litt vor allem der US-Einzelhandel unter den heftigen Schneefällen, doch im späten Verlauf holten etliche der Aktien ihre Verluste wieder auf. Normalerweise ist der Tag nach Weihnachten einer der umsatzstärksten für die Branche. Wal-Mart gaben um 0,1 Prozent auf 53,57 Dollar nach. Home Depot stiegen um 0,4 Prozent auf 35,24 Dollar. Die Baumarktkette profitiert als eines der wenigen Einzelhandelsunternehmen von der Wetterlage. Der Absatz von Geräten zum Schneeräumen hat deutlich zugelegt, wie Home Depot mitteilte.
Die US-Anleihen notierten vor Eröffnung des New Yorker Handels am Dienstag kaum verändert. Angesichts des Feiertags in London seien die Volumina dünn, hieß es. Der Markt warte darauf, dass die US-Händler die Richtung vorgeben. In London stagnierten zehnjährige Staatsanleihen mit einem Kupon von 2,625 Prozent bei 94-4/32 und rentierten mit 3,33 Prozent. Der mit 4,250 Prozent verzinste Longbond verlor 5/32 auf 97-10/32. Seine Rendite betrug 4,41 Prozent.
Gegen 19.00 Uhr (MEZ) erwarten Beobachter Bewegung: Die Auktion fünfjähriger Notes im Volumen von 35 Mrd. Dollar könnte den Markt bewegen.