Marktberichte

Anleger fliehen aus Tech-Werten US-Börsen legen Rückwärtsgang ein

bdd1de4c550e6c642522e3ef6caf1c43.jpg

(Foto: AP)

Die gestrigen Kursgewinne haben den Abwärtstrend an der Wall Street nur kurz unterbrochen. Die US-Börsen befinden sich schon wieder im Rückwärtsgang. Vor allem die Technologiewerte geraten wieder massiv unter Druck.

Nach dem höchsten Tagesgewinn seit 2015 am Vortag hat die Wall Street wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Die entscheidende Frage, ob die Vortagesrally eine technisch bedingte Gegenreaktion auf die vorangegangene Talfahrt war oder doch Ausdruck der Erleichterung über die jüngsten Zeichen der Entspannung im globalen Handelskonflikt, blieb unbeantwortet. Vor allem Technologiewerte erlebten einen Ausverkauf - belastet von Berichten, das Weiße Haus könnte gegen chinesische Investitionen in US-Technologieunternehmen vorgehen.

Volkswirte hatten bereits zuvor vor übertriebenem Optimismus gewarnt. Denn die von Washington angestrebten Handelsvereinbarungen seien letztlich nichts anderes als eine Form des akzeptierten Protektionismus, der langfristig Wachstum und Unternehmensgewinne bremse. In diesem Gemengelage verlor der Dow-Jones-Index 1,4 Prozent auf 23.858 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite zeigten sich 1,7 bzw. 2,9 Prozent schwächer.

Lesen Sie hier wie der "Börsen-Tag" am deutschen Aktienmarkt verlief.

"Wir erleben eine Rotation aus gut gelaufenen Technologieaktien, die überfällig war, aber es ist nicht klar, wohin sich das Geld verlagert", sagte Investmentstratege James Meyer von Tower Bridge Advisors. Allerdings floss ein Teil des Geldes erkennbar in den Rentenmarkt.

Twitter brechen massiv ein

Während defensive Branchen mit einem blauen Auge davonkamen, zählten Technologiewerte zu den klaren Verlierern. Die Sektoren Halbleiter und Software büßten 4,0 bzw. 3,7 Prozent ein und drückten auch die technologielastige Nasdaq. Am Vortag hatten Technikwerte noch zu den klaren Favoriten gehört. Laut Berichten geht Facebook-CEO Mark Zuckerberg davon aus, dass er nach dem jüngsten Datenskandal vor einen Kongressausschuss geladen wird. Dort dürften auch Vertreter von Google und Twitter erscheinen. Facebook stürzten um 4,9 Prozent ab, die Titel der Google-Mutter Alphabet verloren 4,5 Prozent, Twitter brachen um 12 Prozent ein.

Facebook
Facebook 283,29

Der Softwarekonzern Oracle hatte in einem milliardenschweren Urheberrechtsstreit gegen Google einen Sieg errungen, doch auch Oracle büßten 2,4 Prozent ein. Nach dem tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Auto von Uber stellte Nvidia ihre Tests bis auf Weiteres ein. Das Papier sank um 7,8 Prozent. Microsoft verloren 4,6 Prozent.

Wenig Kaufargumente lieferte die Stimmung unter den US-Verbrauchern. Diese hatte sich im März unerwartet eingetrübt. Allerdings lag der entsprechende Index noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Der Case-Shiller-Hauspreisindex für 20 US-Städte fiel indes besser als erwartet aus.  Dollar gewinnt wieder an Stärke

Ölpreise auf hohem Niveau

Der Dollar berappelte sich wieder nach dem schwachen Vortag. Der ICE-Dollarindex gewann 0,3 Prozent. Der Euro fielt zwischenzeitlich unter die Marke von 1,24 Dollar zurück, nach einem Tageshoch bei 1,2477. Zuletzt "kämpfte" die Gemeinschaftswährung wieder mit der 1,24-Marke. Teilnehmer sahen im Wesentlichen eine Gegenbewegung nach dem jüngsten Euro-Anstieg, zumal sich die Gemeinschaftswährung dem oberen Rand ihrer aktuellen Spanne genähert hatte. Allerdings hatte sich Wirtschaftsstimmung im Euroraum merklich eingetrübt. Der Yen erholte sich im späten Handel mit den wieder aufkeimenden Handelssorgen.

Der Goldpreis kam mit den gestiegenen Dollar-Wechselkursen zurück. Die Feinunze verlor 0,7 Prozent auf 1.344 Dollar. Erstmals seit fünf Sitzungen verbilligte sich das Edelmetall.

Buffet-Gericht stützt GE

Brent Rohöl
Brent Rohöl 41,11

Die Ölpreis gaben nach, bewegten sich aber zunächst in der Nähe ihrer jüngsten Hochs - gestützt von der Aussicht auf neue Iran-Sanktionen. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI fiel um 0,5 Prozent auf 65,25 Dollar, die global gehandelte Sorte Brent verharrte bei 70,11 Dollar. Nach dem Settlement folgten die Ölpreise im elektronischen Handel den Aktienkursen gen Süden. Händler sprachen von der Erwartung gestiegener US-Lagerbestände am Mittwoch. China hatte derweil am Vortag einen Terminmarkt für Erdöl gestartet, der in Renminbi gehandelt wird. Das Handelsvolumen wurde als hoch beschrieben.

Gegen den Trend legten am Aktienmarkt General Electric (GE) um 4,3 Prozent zu. Am Markt machten Spekulationen die Runde, Großinvestor Warren Buffett könnte bei dem Mischkonzern groß einsteigen. Apple präsentierte einige Neuheiten, die Titel litten aber unter der Schwäche der Technologiewerte und gaben 2,6 Prozent ab.

Die Aktien von Red Hat lagen nach Quartalsausweis 0,9 Prozent im Plus. Erlöse und Gewinn übertrafen die Markterwartungen. McCormick profitierten von Erstquartalszahlen. Der Hersteller von Gewürzen und Soßen hatte beim bereinigten Ergebnis je Aktie die Erwartungen übertroffen.

Quelle: ntv.de, mbo/DJ