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Arbeitsmarkt im FokusUS-Börsen suchen die Richtung

06.01.2012, 22:30 Uhr
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Die Antenne für schlechte Nachrichten aus Europa. (Foto: REUTERS)

Die US-Börsen schließen uneinheitlich. Während die Standardwerte trotz zuversichtlich stimmenden Arbeitsmarktdaten im Minus verharren, drehen die Indizes an der Technologiebörse Nasdaq dank Kursgewinnen einiger Schwergewichte in die Gewinnzone.

Trotz eines überzeugenden US-Arbeitsmarktberichts haben sich die Kurse an Wall Street zum Wochenausklang mit einer uneinheitlichen Tendenz gezeigt. Allerdings erholten sich die Notierungen wieder von deutlicheren Abschlägen im frühen Handel. Die Investoren hätten die guten Daten gegen die bestehenden Sorgen in Bezug auf die Schuldenkrise in der Eurozone abgewogen, hieß es zur Begründung. Es gab allerdings auch Sorgen, ob sich die positive Entwicklung am US-Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten mit dem aktuellen Tempo fortsetzen wird.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) fiel um 0,5 Prozent auf 12.360 Punkte. Der S&P-500 verlor 0,3 Prozent auf 1278 Punkte. Der Nasdaq-Composite gewann dagegen 0,2 Prozent auf 2674 Zähler.

Der US-Arbeitsmarktbericht fiel überzeugend aus und unterstrich die Erholung der Konjunktur in den USA. Im Dezember sind außerhalb der Landwirtschaft 200.000 neue Stellen geschaffen worden. Erwartet worden war lediglich ein Beschäftigungsanstieg von 155.000 Stellen. "Die Beschäftigungssituation in den USA verbessert sich weiter und die Serie robuster US-Daten setzt sich fort", so ein Analyst. Die Arbeitslosenquote sank überraschend auf 8,5 Prozent und notiert damit auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2009.

Allerdings seien die Hoffnungen nach dem privaten ADP-Bericht am Vortag auch schon sehr hoch gewesen, merkte ein Händler an. Es gab zudem auch kritische Stimmen zu den guten Daten vom US-Arbeitsmarkt, die auf hohe saisonale Effekte verwiesen. Auch die Abwärtsrevision im November von 20.000 Jobs bremste die Euphorie etwas.

Zudem sei der Fokus des Marktes weiterhin auf die Eurozone-Schuldenkrise und mögliche Auswirkungen auf die Konjunktur gerichtet. "Die Sorge ist, dass eine Abkühlung in Europa auch zu einer Abkühlung in den USA führt", so ein Analyst. In der Summe sorgte dies dann für eine negative Reaktion des Marktes, so ein Beobachter.

Es gab zudem überwiegend negative Unternehmensnachrichten. So will Alcoa nach einem Jahr rückläufiger Aluminium-Preise die Kapazitäten in der Schmelze um 12 Prozent verringern. Die Aktie verlor 2,1 Prozent.

Der Halbleiterhersteller RF Micro hat seinen Umsatzausblick für das dritte Quartal gesenkt und dies mit einer schwachen Nachfrage aus China begründet. Die Aktie brach um 19,5 Prozent ein.

Der Einzelhändler Family Dollar hat beim Umsatzwachstum im ersten Quartal seines Geschäftsjahres die Prognosen verfehlt. Die Aktie verzeichnete einen Abschlag von 7,5 Prozent. Damit setzte sich die Reihe negativer Nachrichten aus dem Einzelhandelssektor fort, ergänzte ein Teilnehmer.

Im DJIA fielen Bank of America um 2,1 Prozent, nachdem die Aktie am Vortag um 8,6 Prozent zugelegt hatte.

Auch die Werte aus dem Telekommunikationssektor neigten zur Schwäche. Hier gaben Verizon um 1,6 Prozent nach. AT&T waren mit einem Minus von 2,4 Prozent schwächster Wert im DJIA.

Quelle: ddi/rts/DJ