Marktberichte

Arbeitsmarktdaten sorgen für Ernüchterung Wall Street "justiert sich neu"

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Mal sehen, was man da machen kann: Der US-Aktienmarkt sucht neue Impulse.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Krise in der Ukraine beruhigt sich etwas, nun rückt die US-Konjunktur wieder stärker ins Bewusstsein der Börsianer. Frische Jobdaten liefern nicht die nötigen positiven Impulse. Viele Anleger atmen nach den turbulenten Vortagen erst einmal durch.

Nach zwei Tagen mit großen Ausschlägen ist die Luft am Mittwoch die Luft an der Wall Street erst einmal raus. Anleger hielten sich wegen der Unsicherheit über die Lage in der Ukraine zurück. Für Ernüchterung sorgten zudem neueste Daten vom US-Arbeitsmarkt. Der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed ("Beige Book") hielt zudem kaum Überraschungen bereit und bestärkte die Investoren in ihrer Überzeugung, dass die jüngste Schwäche auf den harschen Wintereinbruch zurückgeht und deshalb nicht von Dauer sein wird.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,2 Prozent nach auf 16.360 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 16.343 und 16.406 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 schloss unverändert bei 1873 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte dagegen 0,1 Prozent zu auf 4357 Stellen.Auch an den europäischen Märkten hielten sich die Anleger wegen der Ukraine zurück. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 9542 Punkte aus dem Handel.

Die internationalen Bemühungen zur diplomatischen Lösung der Ukraine-Krise laufen auf Hochtouren. Kriegsangst hatte am Montag die Märkte weltweit auf Talfahrt geschickt. Am Dienstag wurden dann Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Erleichterung aufgenommen. Der S&P kletterte auf ein Rekordhoch, die Nasdaq auf den höchsten Stand seit 14 Jahren. Nach wie vor sei die Lage sehr unsicher, sagte Kenny. "Wir sind den Entwicklungen in der Ukraine ausgeliefert."

In der Privatwirtschaft wurden im Februar nur 139.000 neue Jobs geschaffen, wie die private Arbeitsvermittlung ADP bekanntgab. Ökonomen hatten hingegen mit 160.000 gerechnet. Der harte Winter bremste den Jobmarkt weit stärker aus als gedacht. Für eine nachhaltige Erholung der US-Wirtschaft entstehen noch immer nicht genügend neue Stellen. "Der Markt muss sich nach den Schwankungen Anfang der Woche neu justieren", sagte Analyst Peter Kenny von Clearpool Group. "Genau das passiert heute."

Exxon im Blick

Bei den Einzelwerten gab es zumeist kaum Bewegung. So zeigten sich die Anleger nach anfänglicher Freude über die Geschäftspläne von Honeywell letztendlich kaum beeindruckt. Bis 2018 soll der Umsatz des Mischkonzerns auf 50 Milliarden Dollar anwachsen. Für Übernahmen will das Unternehmen 10 Milliarden Dollar ausgeben. Die Anteilsscheine konnten ihre Gewinne nicht verteidigen und schlossen nahezu unverändert.  

Papiere des Ölkonzerns ExxonMobil verbilligten sich um knapp drei Prozent. Der Konzern will in diesem Jahr seine Investitionen um 2,7 Milliarden auf 39,8 Milliarden Dollar drosseln.

Von Drohnen und Waffen 

An der Börse verlor die Chevron-Aktie 0,8 Prozent, nachdem im milliardenschweren Streit um Ölverschmutzungen im Regenwald von Ecuador der US-Ölgigant die Unterstützung eines heimischen Gerichts erhalten hat. Nachdem Chevron in dem südamerikanischen Land wegen Umweltverschmutzung zu einer Strafe von zuletzt 9,5 Milliarden Dollar verurteilt worden war, wies ein New Yorker Gericht dieses Urteil nun zurück, da es unter "Anwendung von Korruption" gesprochen worden sei.

Die Aktie von Ford stieg um 1,7 Prozent. Der Autobauer hat angekündigt, die Entwicklung von Fahrzeugen in China auszubauen und die Zahl der Mitarbeiter dort bis 2018 um 50 Prozent auf etwa 2.000 zu erhöhen.

Gut kam bei den Anlegern an, dass Facebook nun offenbar Titan Aerospace kaufen will, ein Unternehmen, das an der Entwicklung solarbetriebener Drohnen arbeitet. Die Aktie legte um 3,6 Prozent zu. Die Drohnen sollen bis zu fünf Jahre in der Luft bleiben und könnten das Internet auf diesem Wege für beinahe jedermann zugänglich machen.

Überraschend gute Geschäftszahlen verhalfen der Aktie von Smith & Wesson zu einem Kurssprung um 16,4 Prozent. Der Verkauf von Handfeuerwaffen lief so gut, dass das Unternehmen seine Jahresziele erhöht hat. INDEX           zuletzt  +/- %  absolut

DJIA          16

Quelle: ntv.de, bad/rts/DJ