Dow Okay, Nasdaq O Weh!Wall Street wankelmütig
Die US-Märkte zeigten sich am Dienstag sehr schwankungsanfällig. Unbefriedigende Quartalszahlen der Schwergewichte DuPont und Exxon lasteten auf der Stimmung. Der Dow Jones verlor 0,5 Prozent auf 10.089 Punkte.
Die US-Märkte zeigten sich am Dienstag sehr schwankungsanfällig. Unbefriedigende Quartalszahlen der Schwergewichte DuPont und Exxon lasteten auf der Stimmung. Der Dow Jones verlor 0,5 Prozent auf 10.089 Punkte, für die Nasdaq ging es 1,6 Prozent auf 1.730 Zähler nach unten.
Die US-Berichtssaison erreicht zur Wochenmitte ihren vorläufigen Höhepunkt. Nach den enttäuschenden Meldungen aus dem Telekomsektor in den vergangenen Tagen brauche der Markt dringend eine frische Injektion positiver Nachrichten, befanden Marktbeobachter einmütig. Auf der anderen Seite reiche bereits der Anflug einer negativen Meldung, um einen neuen Ausverkauf auszulösen. Die Erholung an den Märkten stehe auf tönernen Füßen, solange die aufziehende Konjunkturerholung nicht auch durch gute Unternehmensdaten untermauert werde.
Bereits nachbörslich wartete am Montag eine ganze Reihe weiterer Unternehmen mit Quartalszahlen auf. Der weltweit größte konzernunabhängige IT-Dienstleister Electronic Data Systems hat seinen Gewinn auf 72 Cent je Aktie gesteigert und damit die Erwartungen um einen Cent geschlagen. Beim Umsatz hat EDS die Prognosen allerdings verfehlt. Die Aktie legt nach ersten Verlusten 2,9 Prozent auf 52,80 Dollar zu.
Der weltgrößte Glasfaserproduzent Corning hat mit einem Quartalsverlust von 10 Cent je Aktie die Erwartungen erfüllt. Im Vorjahr konnte Corning allerdings noch einen Gewinn von 14 Cent je Aktie ausweisen. Gleichzeitig ist der Umsatz um rund 50 Prozent eingebrochen. Schlechte Vorzeichen für den Kurs: die Notiz gab 2,9 Prozent auf 6,80 Dollar nach.
Einige Schwergewichte veröffentlichten am Dienstag vorbörslich ihre Daten und konnten die Börsianer nur bedingt überzeugen. Der weltgrößte börsennotierte Ölkonzern Exxon Mobil zum Beispiel sah sein Geschäft im ersten Quartal von den niedrigen Rohölpreisen und einem schwachen Raffineriegeschäft belastet. Das Unternehmen verzeichnete den dritten Gewinnrückgang in Folge, nachdem zuvor eine Reihe von Rekordquartalen ausgewiesen werden konnten. Im abgelaufenen Quartal ist der Gewinn auf 31 Cent je Aktie eingebrochen, Analysten hatten im Schnitt mit 39 Cent gerechnet. Auch der Umsatz ist deutlich von 57,3 Milliarden auf 43,5 Milliarden Dollar gefallen. Der Kurs verlor 1,2 Prozent auf 41,36 Dollar.
Auch der Chemieriese DuPont musste im ersten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Die schwache Gesamtnachfrage habe die gute Umsatzentwicklung im Agrarbereich sowie die erfolgreichen Kostensenkungen überlagert. Der Konzerngewinn ist von 567 auf 552 Millionen Dollar gesunken. Da sich aber gleichzeitig die Anzahl der Aktien verringert hat, ist der Gewinn je Aktie sogar leicht gestiegen: von 54 auf 55 Cent. Allerdings lag das noch einen Cent unter den Prognosen. In den vergangenen zwölf Monaten hatte DuPont unter anderem durch dem Abbau von 5.500 Stellen seine Kosten drastisch reduziert. Der Kurs gab dennoch deutlich nach: 44,84 Dollar, ein Minus von 3,3 Prozent.
Gut lief das erste Quartal dagegen beim Pharmamulti Pharmacia. Ein hoher Sonderertrag habe gestiegene Fusionskosten und einen fallenden Umsatz mehr als ausgeglichen. Der Gewinn ist auf 84 Cent je Aktie geklettert. Ein Großteil davon war aber dem Emissionserlös beim Börsengang der Agrarsparte Monsanto und dem Verkauf des 45-prozentigen Anteils am Biotechunternehmen Amersham zuzuschreiben. Ohne diesen Sonderertrag lag der Gewinn lediglich bei 31 Cent je Aktie. Analysten hatten 37 Cent erwartet. Die Aktie schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 43,26 Dollar. Auch Monsanto konnte den Quartalsgewinn auf 33 Cent je Aktie steigern. Besonders der gestiegene Umsatz mit Saatgut habe dabei geholfen, die Analystenerwartungen um zwei Cent zu schlagen. Die Aktie verbuchte einen Aufschlag von 0,3 Prozent auf 31,50 Dollar.
Hohe Umsätze mit Rasierapparaten (Mach 3) und Zahnbürsten (Oral-B) bescherten dem Konsumgüterkonzern Gilette eine deutliche Gewinnsteigerung im ersten Quartal. Das Ergebnis übertraf mit 21 Cent je Aktie dabei sogar die Analystenprognosen. Der Umsatz stieg dabei um 6,7 Prozent auf 1,73 Milliarden Dollar. Auch der Kurs stieg: um 4,2 Prozent auf 36,32 Dollar.
Auf gute Geschäfte blickt auch PepsiCo zurück. Der Softdrink- und Snackproduzent verdiente im ersten Quartal 38 Cent je Aktie und hat damit die Markterwartungen getroffen. Neben der Stammmarke Pepsi Cola haben vor allem die Snacksparte Frito-Lay und die Sportgetränkemarke Gatorade zu dem guten Ergebnis beigetragen. Die Aktie notiert in der Nähe ihres 12-Monats-Hochs, gab am Dienstag aber erst einmal 1,2 Prozent auf 52,20 Dollar ab.
Kräftig zulegen konnte der größte Rüstungskonzern der USA, Lockheed Martin. Im ersten Quartal hat sich der Gewinn je Aktie auf 49 Cent nahezu verdoppelt. Der Hersteller von F-16- und F-22-Kampfjets hat zudem seine Prognosen für das laufende Jahr bestätigt. Demnach will Lockheed 2,51 Dollar je Aktie verdienen. Seit den Terroranschlägen vom 11. September hat der Kurs bereits um über 50 Prozent zugelegt und markierte am Dienstag ein neues Allzeithoch. Auf Tagesbasis ergab sich ein Plus von 5,2 Prozent auf 62,20 Dollar.
AT&T Wireless hat im ersten Quartal zwar einen Nettoverlust geschrieben, aber bei seinen Kundenzahlen über den Erwartungen zulegen können. Der drittgrößte US-Mobilfunkkonzern erwirtschaftete einen Cent Verlust pro Aktie, die Prognosen lagen bei einem Verlust von drei Cent. Die Börse honorierte die Zahlen mit einem kräftigen Kurssprung: 8,94 Dollar, ein Plus von 10,4 Prozent.
Nachbörslich ging der Reigen der Quartalszahlen munter weiter. Mit Spannung schaute man dabei vor allem auf den Onlinehändler Amazon.com. Und der konnte die Erwartungen deutlich schlagen. Der Verlust betrug gerade mal noch einen Cent je Aktie, Analysten prognostizierten im Schnitt neun Cent. Geholfen hat dabei vor allem ein deutlicher Umsatzanstieg von 700 auf 850 Millionen Dollar im Jahresvergleich. Während der regulären Handelszeiten verbuchte die Aktie einen Verlust von 1,8 Prozent auf 14,06 Dollar, nachbörslich legte der Kurs jedoch rund 5 Prozent zu.