Marktberichte

Anlegerstimmung steht auf "Risk on" ... und dann ein Dax-Ausbruch?

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Am deutschen Aktienmarkt gilt es am Freitag, die Ruhe zu bewahren und sich nicht in die Ecke drängen zu lassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Vorgaben stimmen optimistisch, Börsianer rechnen am deutschen Aktienmarkt mit steigenden Kursen zum Wochenschluss. Allerdings könnte der Start erst einmal holprig werden. Das deutsche BIP erfreut aber.

Der letzte Handelstag der Woche dürfte am deutschen Aktienmarkt ruhig starten. Börsianer erwarten eine nahezu unveränderte Eröffnung. Sie schließen aber Aufschläge im weiteren Handelsverlauf nicht aus. "Angesichts der hohen Risikobereitschaft in den vergangenen Tagen stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Woche freundlich endet", sagt Gary Yau von der Credit Agricole. Es sei schon erstaunlich, wie gut das Sentiment sei, und das trotz der schwächeren US-Daten. Lang & Schwarz taxiert den Dax auf 9612 Punkte und damit 0,2 Prozent fester.

Die Stimmung sei erstaunlich schnell auf "Risk on" gewechselt, sagt ein Händler. Bislang müsse das schlechte Wetter als Sündenbock für die schwachen Daten herhalten in der Hoffnung, dass sich diese in den kommenden Wochen wieder verbesserten. Den Ton im frühen Handel dürften zunächst BIP-Zahlen aus Europa setzen: Die deutsche Wirtschaft wuchs dabei im vierten Quartal 2013 etwas schneller als bisher erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich im Vergleich zum Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent. Am Nachmittag werden in den USA Daten zur Industrieproduktion und zur Verbraucherstimmung veröffentlicht.

ThyssenKrupp im Dax im Fokus

Positiv überrascht äußern sich Händler über die Geschäftszahlen von ThyssenKrupp. "Die sind doch einen Tick besser als erwartet ausgefallen", sagt ein Händler. Operativ sähen sie deutlich besser aus, der Auftragseingang sei gut. Der etwas geringer als erwartet ausgefallene Umsatz habe dennoch zu einem höheren EBIT geführt. "Das zeigt klar, dass die Kostenersparnisse eine größere Rolle gespielt haben als gedacht", ergänzt ein Analyst.

Beim Umsatz habe man aber ohnehin nicht mit größeren

Sprüngen gerechnet, da Branchendaten bereits gezeigt hatten, dass die Lagerbestände hoch seien. Dass insgesamt ein höherer Verlust als im Vorjahr verbucht wurde, sei dagegen wegen der diversen Abschreibungen und Verlustbringer so erwartet worden. Per Saldo sollten die Zahlen die Aktie weiter treiben.

Infineon ex Dividende

Keine Belastung für Infineon sehen Händler im ausgebliebenen Beschluss der Hauptversammlung zu einer Sonderdivididende. "Da hatten nur einige Marktteilnehmer darauf gesetzt, nicht der gesamte Markt", sagt ein Händler. Die Aktien sollten daher nicht unter Enttäuschungsverkäufen leiden. "Angesichts der offenen Prozessrisiken in Milliardenhöhe wegen Qimonda wäre das doch unverantwortlich", sagt ein Händler. Schließlich habe Infineon bislang nur einen Bruchteil der im Raum stehenden Summen offiziell zurückgestellt. Dem Thema Sonderdividende habe man daher wenig Glauben geschenkt.

Nur wegen der Dividendenausschüttung von 0,15 Euro dürfte die Aktie rund 2 Prozent tiefer eröffnen. Bei Lang & Schwarz werden die Titel vorbörslich 1,1 Prozent schwächer gestellt.

KDG und Kion

Im MDax könnte Kabel Deutschland noch einmal in den Fokus rücken, nachdem am Vortag die Vodafone-Unterwerfung samt Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung abgesegnet wurde.

Gut kommen die Geschäftszahlen von Kion im Handel an. Der Gabelstaplerhersteller steigerte seine Gewinnmarge weiter und hielt gleichzeitig den Auftragseingang relativ stabil. "Das dürfte den Markt überraschen, weil sich das große Thema Schwellenländerkrise hier kaum widerspiegelt", sagt ein Händler. Weder im Absatz- noch in Wechselkurseffekten habe dies große Spuren hinterlassen. "Das gibt Kursfantasie, dürfte das Handelsvolumen beleben und stützt damit auch gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit für eine MDAX-Aufnahme", so ein anderer Händler. Kion sollten daher ihren Aufwärtstrend seit dem  Ausbruch über die 30-Euro-Marke weiter fortsetzen.

Quelle: ntv.de, bad/DJ/rts